"Nachhaltige" Obstbäume in Ottenhofen

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Obstbäume "Am Schlehbach": Jeder darf mitnehmen, so viel er braucht

Ottenhofen – Wer an Nachhaltigkeit denkt, dem fällt in der Regel zuerst das Energiethema, aber auch der Verkehr ein. In Ottenhofen gibt es ein anderes Beispiel für nachhaltiges Denken und Handeln im kommunalen Bereich: Die Gemeinde Ottenhofen hat bereits 50 Obstbäume im Gemeindegebiet gepflanzt, und im Zuge der erforderlichen Ausgleichsflächen für das Neubaugebiet „Am Schlehbach“ sollen nach Aussage von Bürgermeisterin Nicole Schley weitere dazukommen. 

Diese Bäume sind in Ottenhofen Gemeingut. Jeder darf ernten, der hier Bedarf hat. Das Angebot der Gemeinde wird ausgesprochen gut genutzt. Die Rathauschefin hat schon beobachtet, dass echte Gemeinschaft entstanden ist. „Da kommen die Leute zusammen, einer bringt eine Leiter mit, und dann wird geerntet. Etliche ernten auch für Nachbarn mit und bringen denen das Obst vorbei.“ 

In einer Zeit, in der Supermärkte allen ernstes Äpfel aus anderen Kontinenten einfliegen, wenn gerade hier in Oberbayern Apfelernte ist, ist das, was in Ottenhofen geschieht, eine klare Ansage. Es kommt aber noch ein weiterer Effekt hinzu: Im Zuge der Verpflichtung, die Bebauung zu verdichten und damit die Gärten der Einfamilienhäuser kleiner werden zu lassen fehlen natürlich Möglichkeiten, Obstbäume überhaupt in Privatgärten zu pflanzen. 

Die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsflächen dagegen können, so genutzt, hier einen Ausgleich schaffen. Zwar wird niemand seinen Liegestuhl und seinen Sonnenschirm in diesen Ausgleichsflächen aufbauen, aber Obsternte bleibt möglich. Schley will dies auch mit Hinblick auf diese politischen Vorgaben weiterhin fördern. Erst in diesem Jahr hat die Gemeinde etwas über 5.000 Euro in die Hand genommen, um diese Obstbäume, die ja ausnahmslos auf öffentlichen Flächen stehen, mit einem Pflegeschnitt wieder in Form zu bringen. 

Eine Diskussion darüber gab es im Rat nicht, wohl aber kam bei dieser Gelegenheit das beispielhafte Vorgehen der Gemeinde an die breite Öffentlichkeit. Andere Gemeinden wie etwa der Markt Wartenberg folgen diesem Beispiel bereits - kw

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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