Nachruf für Zenta Würfel

Das Gesicht der evangelischen Philippuskirche Markt Schwaben

Mesnerin Zenta Würfel am Ambo
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Zenta Würfel

Abschied von Zenta Würfel 

Markt Schwaben – „Am 19. November mussten wir auf dem Friedhof von unserer langjährigen Mesnerin Zenta Würfel im hohen und gesegneten Alter von 94 Jahren Abschied nehmen. Wir - das sind neben ihrer großen Familie und ihrem Freundeskreis auch unsere Kirchengemeinde. Denn Zenta Würfel war von Beginn an dabei, als die Philippuskirche direkt neben ihrem Wohnhaus in der Martin-Luther-Straße gebaut wurde und so das Herz der evangelischen Kirche von Markt Schwaben und Umgebung entstand. „Bei der Grundsteinlegung versammelten sich alle Prominenten in meiner Wohnung“, erzählte sie 2010, als sie zum 60. Geburtstag der Kirche an dieser Kanzel stand. „Ich habe von Anfang an alles in der Kirche gemacht, auch den Garten, Rasen mähen und Schnee räumen.“ Die eigentliche Mesnerzeit begann dann 1955 und dauerte bis 2010, also 55 Jahre. Um Gemeindesaal und später Gemeindezentrum hat sie sich 40 Jahre gekümmert.

Mesnerdienst in den ersten Jahren bedeutete nicht nur Putzen und Schmücken der Kirche, Kollekte zählen, Adventskranz und Christbaum herrichten und die Krippe liebevoll aufbauen. Im Winter musste das Gotteshaus geheizt werden, wozu sie in den dunklen Keller steigen musste.

Die Kirche wurde für sie nicht nur Ort für das Einsetzen ihrer wunderbaren Stimme im Gottesdienst und Kirchenchor, Treffpunkt für Turngruppe und Bastelkreis, sondern auch zum Halt in schweren Zeiten. In der Kantorei war sie eine große Stütze im Singen und im Schaffen einer guten Stimmung. Der Bastelkreis sorgte für Gemeinschaft und für Einnahmen für die Kirche. Die Turngruppe machte nicht nur Sport, sondern übte Operetten und Theaterstücke ein, mit denen Menschen weit über die Kirchengemeinde und Markt Schwaben hinaus begeistert werden konnten.

2010, nach 55 Jahren Dienstjahren, inzwischen 83 geworden, gab sie den Stab weiter an ihre Tochter Inge Huber, die sie in den Jahren vorher eingelernt hatte und der sie weiter mit Rat und Tat auch in der Kirche zur Seite stand. 55 mal 52 Wochen Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Beerdigungen, andere Feste – das sind grob geschätzt über 4000 Gottesdienste und rund 10.000 Stunden für unsere, ja ihre Kirche. Und sie blieb weiter ihrer Kirchengemeinde treu und war bis auf ganz wenige Sonntage stets im Gottesdienst. 

Die lange Serie riss erst im März 2020 mit dem Lockdown und dem Verbot für Gottesdienste. Auch danach kam sie noch mit ihrem Rollator in die Kirche: zu den Seniorengottesdiensten, zur Taufe ihres 10. Urenkels und zum neuen Mittwochs-Gottesdienst „7 nach 7.“ Zenta Würfel war das Gesicht der evangelischen Kirchengemeinde. „Er zog seine Straße fröhlich“ - heißt es von dem Afrikaner, den der Philippus der Apostelgeschichte getauft hat. Zenta Würfel half wesentlich mit, dass Menschen nach dem Gottesdienst fröhlich aus der Philippuskirche in den Alltag ziehen konnten. Möge unsere Verstorbene schauen, was sie geglaubt hat, und möge bei allem Schmerz über den Abschied. Die fröhliche, positive Zenta Würfel war ein Vorbild im Leben des christlichen Glaubens.“ Karl-Heinz Fuchs

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