Rathaus Markt Schwaben

Ein neues Hotel für über 350 Asylbewerber?

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Auf diesem dreieckigen Grundstück westlich der Bahn wird jetzt wohl ein Hotel gebaut.

Projekt „Wohnen auf Zeit“ für Studenten und Geschäftsleute scheint jetzt gestorben

Derzeit ist ein dreiecksförmiges Grundstück an der Münterstraße nördlich der Bahnlinie ein überwuchernder Schrott- und Müllplatz. Viele Pläne hatte es für eine zweckmäßige Bebauung gegeben: Hotel, Studentenheim und neuerdings ein Projekt „Wohnen auf Zeit“ für Studenten und Geschäftsleute. Jetzt gibt es ganz neue Überlegungen, im Raum steht ein Antrag zur Errichtung einer Unterkunft für bis zu 350 Asylbewerber. Entsprechende Unterlagen sind bereits auf dem Weg ins Landratsamt. Wie kam es dazu? In der ersten Sitzung nach der Sommerpause stand das Thema Hotelgrundstück Burgerfeld I erneut auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates. Ursprünglich hatte das besagte Areal den Status „Sondergebiet Hotel“, für das es bereits einen gültigen Bebauungsplan gibt. Demnach sind auf dem Grundstück Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandelsbetriebe, Betriebe des Beherbergungsgewerbes, Schank- und Speisewirtschaften, Anlagen für Verwaltungen und gesundheitliche Zwecke sowie Arztpraxen und Vergnügungsstätten zulässig. Zuletzt hatte die Delius Immobilien AG Aschheim einen Antrag für einen Vorhabenplan eingereicht, der die Errichtung eines Gebäudes mit 103 Wohnungen kleiner als 50 Quadratmeter und 27 Wohnungen mit über 50 Quadratmeter sowie 230 Stellplätze vorsieht. Die voll ausgestatteten Wohnungen sollten demnach an ansässige Firmen und an Fremdunternehmen vermietet werden, die dort „vorübergehend“ ihre Mitarbeiter bei Arbeiten in der Region oder während Messen unterbringen können. Dieses Konzept stellte Adam Delius dem Marktgemeinderat öffentlich vor und betonte, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Wegen der verlaufenden Kanalisation am Rande des Grundstückes sei eine geringe Verschiebung des Baukörpers notwendig. „Wir wollen einen Schrottplatz schön machen“, warb Delius für das Vorhaben, „wir planen keinen 7er BMW und auch keinen 3er BMW, wir wollen einen 5er!“ Wohnen könnten dort sowohl Studenten als auch Manager, Mietverträge würden in der Regel mit einer Dauer von höchstens drei Jahren abgeschlossen. „Natürlich wird niemand hinausgeworfen, wenn er die Unterkunft ein halbes Jahr länger braucht“, antwortete Delius auf Nachfrage, „Familien mit Kindern werden nicht einziehen!“ Im Gemeinderat gab es keine Beschlussfassung, jedenfalls öffentlich. Vertagen hieß wieder der eingeschlagene Kurs. Genau das hatte Bürgermeister Georg Hohmann nach der Sitzung auch Delius mitgeteilt, der telefonisch wissen wollte, was das Plenum nichtöffentlich beraten oder beschlossen habe. Der Investor entschied deshalb, auf den genehmigten Bebauungsplan zurückzugreifen und ein Hotel zu realisieren. „Wir werden das jetzt umzusetzen und können in zwei Wochen anfangen“, sagte er, „die Unterlagen für den Bau des Hotels sind bereits auf dem Weg ins Landratsamt!“ Aber nicht Hotelgäste sollen dort später wohnen, sondern Asylbewerber, natürlich in Abstimmung mit dem Landratsamt Ebersberg. Nach Meinung von Adam Delius könnten dort bereits in einem Jahr mindestens 350 bis 400 Flüchtlinge einziehen.

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