Verkehr

Neues Verkehrsmodell in Poing

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21 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer kommen aus Pliening und haben ein Ziel in Poing

Erster Einblick in das neue Poinger Mobilitätskonzept – Durchgangsverkehr macht 14 Prozent aus

Poing – Mobilitätskonzept für Poing – dieser Begriff klingt nach umfangreichen Planungen, Beschlüssen und weitreichenden Auswirkungen auf die Gemeinde. Einen Einblick auf eine Teillösung des Gesamten – den ersten Baustein – bekam der Gemeinderat von Verkehrsplaner Dr. Benedikt Bracher vom beauftragten Unternehmen Schlothauer & Wauer präsentiert. 

Ein Verkehrsmodell beschäftigt sich mit der Abbildung von Verkehrsprozessen in Modellen. Es stellt ein „Werkzeug“ dar, mit dem städtebauliche Maßnahmen (z.B. Neuausweisung von Baugebieten) bewertet werden können. Grundlage für das Verkehrsmodell ist das Landesverkehrsmodell des Freistaates Bayern. Damit ist eine großräumige Einbettung in die Nachfragestruktur und das Straßennetz auch der umliegenden Gemeinden sichergestellt. Das Modell für Poing spiegelt nur den motorisierten Individualverkehr wider und umfasst eine Analyse für das Jahr 2019 und eine Prognose für das Jahr 2035. 

Die Baugebiete W7 und W8 sind in den Prognosen nicht enthalten und sollen laut Bracher gesondert untersucht und bewertet werden. Um genauere Ergebnisse zu erzielen, teilten die Planer das Ortsgebiet in mehrere kleine Bereiche, sogenannte Verkehrszellen. Am 2. August sowie am 30. Oktober vergangen Jahres fanden an 18 Punkten in Poing Verkehrserhebungen über einen Zeitraum von jeweils 24 Stunden statt. Die beiden Tage waren gezielt gewählt – es waren jeweils Donnerstage und für den auftretenden Verkehr als „ideal“ einzuschätzen. Diese Erhebungen inkludierten Videoaufzeichnungen und eine Unterteilung in Pkw, Bus, Lieferwagen, Lkw, Lastzüge, Motor- und Fahrräder. Zudem wurden an fünf Stellen zusätzlich Verkehrslenker-Befragungen durchgeführt. 

Anhand der gesammelten Daten konnten die Planer detaillierte Informationen zu Herkunft, Ziel und Zweck der Fahrten ermitteln und den Verkehr in Poing realitätsnah abbilden. Beim „Quellverkehr“ liegt das Ziel außerhalb, beim Zielverkehr liegt das Ziel in Poing und beim „Durchgangsverkehr“ liegen Quelle und Ziel außerhalb der Gemeinde. Die beiden letzten sind ein durch Auswärtige verursachter Verkehr und könnte verlagert werden. An der ortseinwärts aufgebauten Befragungsstelle an der Plieninger Straße ergab sich, dass 74 Prozent der Befragten nach Poing fahren (Quell-/Zielverkehr Poing). 

Darin enthalten sind 21 Prozent, die aus Pliening kommen und ein Ziel in Poing haben. Elf Prozent gaben an, aus Pliening zu kommen und durch Poing hindurch zu fahren (Quellverkehr Pliening) und 14 Prozent gaben an, nicht aus Pliening zu kommen und danach durch Poing zu fahren (Durchgangsverkehr). Die aktuell vorliegenden Daten aus den umfangreichen Bestandsaufnahmen im Rahmen des Verkehrsmodells (1. Baustein) sowie der Haushalts- und Mitarbeiterbefragung (2. Baustein) werden in die weitere Bearbeitung des Mobilitätskonzepts einfließen. Zusätzlich soll nach Aussage von Bürgermeister Thomas Stark zur Vervollständigung noch ein Radverkehrskonzept erstellt werden - fu

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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