Lärm durch Autobahn

Poing braucht dringend Lärmschutz-Konzept

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Die Angelbrechtinger Bürger spüren den Lärm durch den ­Ausbau der A 94

Der Lärmpegel ist besonders in Angelbrechting und südliches Poing durch die A 94 extrem angestiegen – eine Lösung muss her

Poing – Der angestiegene Lärmpegel auf der A 94 durch deren fertiggestellten Ausbau zwischen Pastetten und Heldenstein treibt nicht nur die direkt betroffenen Anwohner – wie beispielsweise in Dorfen – auf die Barrikaden. 

Auch Poing – vor allem im Ortsteil Angelbrechting – ­mehren sich die Beschwerden. Das nahm die Poinger CSU zum Anlass, eine Anfrage zum Thema „Lärm - Belastung und Maßnahmen“ an die Verwaltung zu richten. 

In dem Schreiben berichten die Unterzeichner von Beschwerden über die Lärmbelastung ausgehend von unterschiedlichen Verkehrsarten und wollen zugleich erfahren, in welchen Teilen Poings der Umgebungslärm am höchsten ist und mögliche Maßnahmen zur Verminderung der Geräuschbelastung zu diskutieren. 

In der Anfrage geht es nicht nur um die A 94, sondern auch um die Zunahme der Flugbewegungen in den letzten Jahren, um den Ausbau der Flughafen-Tangente Ost (FTO) sowie die zusätzlichen Zugdurchfahrten in Poing. Die CSU wünscht, dass sich die Gemeindeverwaltung rechtzeitig vorbereitet und die Zeit nutzt, damit durch Zeitdruck und andere Umstände (wie z.B. Mangel an personellen Ressourcen) keine Engpässe entstehen, sondern konkrete Pläne und mögliche Lösungen bereits vor Planung weiterer Maßnahmen vorliegen.

Deshalb möchte man von der Verwaltung Antworten auf folgende Fragen: 

Welche Grenzwerte sind beim Lärmschutz einschlägig? 

Welche Differenzierung gilt bzgl. Tag- und Nachtwerten? Gibt es aus evtl. in der Vergangenheit durchgeführten Messungen Erkenntnisse, welche Teile des Gemeindegebiets einer erhöhten Verkehrslärmbelastung ausgesetzt sind?

Unter welchen Voraussetzungen kann die Gemeinde Poing Lärmmessungen beantragen?

Hat die Gemeindeverwaltung bereits Kontakt zur Autobahndirektion und zur Bayerischen Staatsregierung aufgenommen, um eine Lärmminderung für die Bevölkerung der Gemeinde (insbesondere Angelbrechting und südliches Poing) zu erzielen und die zu erwartenden Lärmeffekte durch den mehrspurigen Ausbau der A 94 und der Flughafentangente-Ost einzudämmen? 

Sind zeitliche Vorstellungen der zuständigen Baulastträger über den mehrspurigen Ausbau der A 94 und der Flughafentangente-Ost bzw. die Sanierung der Deckschichten in diesen Bereichen bekannt? 

Im Zusammenhang mit derartigen Baumaßnahmen können bekanntlich mit der größten Erfolgsaussicht lärmmindernde Forderungen wie der Einsatz von Flüsterasphalt oder die Ertüchtigung der Lärmschutzwände umgesetzt werden. Welche Maßnahmen hat die Gemeindeverwaltung bereits unternommen, um eine Änderung der Flugruten (d.h. mehr satellitengestützte und breiter gestreute Abflüge und damit weniger Überflug über Poing) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Flugsicherung zu erreichen?

Gibt es Kontakt zu Deutschen Bahn hinsichtlich Maßnahmen zur Lärm­reduzierung? Welche grundsätzlichen Möglichkeiten gibt es für Kommunen, um wirksame Lärmreduzierung zu betreiben?

Zum Abschluss die Bitte um die Erstellung eines Lärm­aktionsplan, um die Bevölkerung von Poing vor Verkehrslärm zu schützen. Hierfür ist nach CSU-Meinung die Entwicklung eines Konzepts, dass aktive und passive Schallschutzmaßnahmen beinhaltet, erforderlich. fu

Zum Thema äußert sich die betroffene Anwohnerin Brigitte Pfaffenstaller aus Angelbrechting

Sehr geehrte Gemeinderäte und Gemeinderatsfraktionen, seit der Eröffnung des Isentalabschnitts der A94 ist auch ­Angelbrechting durch das erhöhte Verkehrsaufkommen mit deutlich mehr Lärm als bisher belastet. 

Deshalb möchten wir Sie darum bitten, sich jetzt für die ­Angelbrechtinger Bürger einzusetzen und als Grundlage für weitere Maßnahmen, eine Lärmmessung über einen längeren Zeitraum (keine Lärmberechnung wie es der Autobahndirektion Süd in der Regel als Grundlage dient) zu veranlassen, um die tatsächliche aktuelle Lärmbelastung festzustellen.

Vielleicht ist es dadurch möglich, als zeitnahe Maßnahme auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung hinzuwirken, um vor dem bevorstehenden Ausbau zumindest einen ersten, besseren Lärmschutz zu erwirken! 

Auf lange Sicht gesehen bringt für uns ein Flüsterbelag im Abschnitt zwischen Parsdorf und AS Markt Schwaben (FTO) den meisten Nutzen, da die Abrollgeräusche der Reifen das größte Problem darstellen. Eine weitere Lösung unserer Meinung nach ist eine Erhöhung des Lärmschutzwalles (ähnlich denen an der A99). 

Da bei einem Ausbau unserer Recherche nach die Immissions­grenzwerte für Lärmvorsorge greifen würden (welche deutlich niedriger sind als die für Lärmsanierung bei bestehenden Straßen), sehen wir es jetzt als notwendig an, Einfluss auf das Planungsverfahren zu nehmen. 

Ich denke, dass das sowohl in unserem, als auch in Ihrem Interesse als Gemeindevertreter sein sollte.

Für die betroffenen Angel­brechtinger Bürger Brigitte Pfaffenstaller

(Anmerkung der Redaktion: Leserbriefe spiegeln nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion wider. Wir behalten uns vor, Leserbriefe gegebenenfalls zu kürzen)

fu

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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