Mehrbedarf an Plätzen für stationäre Pflege

Poing: Für Senioren gibt es noch viel zu tun

Seniorenzentrum Poing
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Das Seniorenzentrum in Poing wird zu klein, deswegen ist ein neues in Planung

Mehrbedarf an Plätzen für stationäre Pflege – Poings Seniorensprecher Peter Maier spricht von „Pflegenotstand“

Poing – Gleich zwei Themen, die Senioren betreffen, standen auf der Agenda der jüngsten Gemeinderatssitzung: Fortschreibung der Pflegebedarfsanalyse und Sachstandsbericht der beiden Seniorenbeauftragten der Gemeinde. Zu beiden Vorträgen waren Fachleute geladen. Heike Pethe vom Büro für Räumliche Entwicklung (BRE, München) unterrichtete das Gremium über den Stand der stationären und teilstationären Pflege in Poing und der Versorgungsregion Nord, zu der beispielsweise auch die Kommunen Markt Schwaben, Pliening, Forstinning und Finsing angehören.
Bei der stationären Pflege wird es „bis zum Jahr 2033 einen Mehrbedarf von zirka 95 Plätzen geben“ so Pethe, was bei einem aktuellen Angebot von 39 Plätzen im Seniorenzentrum sicherlich Probleme geben wird. Diese Zahlen signalisieren, dass ein neues Seniorenzentrum (geplant zirka 105 Plätze) unbedingt gebaut werden muss. Bis es so weit ist, sieht Peter Maier, SPD-Fraktionssprecher und Seniorensprecher des Gemeinderats, „einen Pflegenotstand“ – in der stationären als auch in der Tagespflege. Bei letzterem gibt es laut Maier „schon seit 2018 eine Warteliste und deshalb muss die Tagespflege ausgebaut werden“. Das belegen auch die Zahlen von Heike Pethe, die ein Ansteigen der 65-Jährigen und der Bürger über 85 Jahre prognostiziert.

Für Franz Langlechner (CSU) gibt es gerade in der Tagespflege Defizite: „Die Alten wollen lieber länger zuhause wohnen, aber dafür fehlt es an haushaltsnahen Dienstleistungen“. Dieses Manko wird aktuell zudem noch durch die Pandemie verstärkt, die „eine ehrenamtliche Seniorenarbeit erschwert“ sagte Bürgermeister Thomas Stark, der jedoch immer wieder Anfragen von Helfern bekommt. Eine große Hilfe sind unter anderem die beiden Seniorenbetreuer Kerstin Bachmann und Volker Sterker, die in der Sitzung ihre Arbeit vorstellten. Seit dem ersten Seniorenkonzept im Jahr 2018 hat sich in der Gemeinde viel getan: Investiert wurde in Orts- und Entwicklungsplanung, Wohnen zu Hause/neue Wohnformen, Bürgerschaftliches Engagement und Pflege.

Auch für die Zukunft haben sich die beiden genügend Gedanken gemacht. Sie fordern mehr barrierefreie Wohnungen, mobile Läden und Fahrdienste sowie Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs. Weiter steht im Konzept 2021: hauptamtliche Koordination des Ehrenamtes (Fachkraft für Seniorenarbeit), Kulturangebote/Freizeitangebote für verschiedene Personengruppen sowie generationsübergreifende Projekte initiieren.
Bei der ambulanten Pflege wird der Aufbau von Betreuungs­gruppen (wie Herbstwind) und Gesprächskreise für pflegende Angehörige sowie den Aufbau eines ambulanten Pflegedienstes. Außerdem will sich Poing an der vom Bundeskabinett beschlossenen „Nationalen Demenzstrategie“ beteiligen, obwohl sich die Kommune als „relativ junge Gemeinde“ sieht. - fu

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