Mit Bus und Bahn zum Nulltarif

Poing diskutiert über kostenlosen öffentlichen Nahverkehr

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In Poing könnten demnächst einige Personengruppen kostenlos mit dem MVV fahren

Zwei Anträge, ein Ziel: Der öffentliche Nahverkehr in Poing soll für bestimmte Personengruppen kostenlos werden

Poing – Zwei Anträge – einer von der CSU-Gemeinderatsfraktion und einer von der SPD-Bürgerliste Poing – wurden in der Ratssitzung am 7. Februar miteinander diskutiert. Hatten beide unterm Strich nur einen Wunsch: Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – ob MVV oder PPA (Pliening, Poing, Anzing) muss bezahlbar oder sogar umsonst sein. 

Der CSU-Antrag zielt vor allem auf die Senioren. In dem Brief schreiben die beiden CSU-Gemeinderäte Eva-Maria Lawes und Ludwig Berger: „Die Verwaltung wird beauftragt, mindestens fünf IsarCard60 bzw. ab Tarifwechsel IsarCard65 anzuschaffen und berechtigten Personen (mindestens 65 Jahre alt und Wohnsitz in Poing) unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Die Verwaltung wird beauftragt, mit den zuständigen Stellen und Behörden abzuklären, wie es ermöglicht werden kann, dass alle Personen mit einem Mindestalter von 65 Jahren und Wohnsitz in Poing MVV-/ÖPNV-Einrichtungen im Gemeindegebiet Poing unentgeltlich nutzen können. Das Ergebnis ist dem Gemeinderat für eine Beschlussfassung zur Umsetzung vorzulegen.“ 

Der SPD geht es in ihrem Antrag um alle Poinger Bürger. Sie möchte für die eine kostenlose Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb des PPA-Gebietes erreichen. Außerdem sollten die Bemühungen um direkte Busverbindungen von Poing nach Ebersberg verstärkt werden. Fraktionssprecher Peter Maier und Gemeinderat Reinhard Tonollo „wollen den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen und den Individualverkehr vermindern.“ Vorbild für die beide Anträge ist das Angebot der Gemeine Kirchheim im Landkreis München. Die hat mittlerweile acht Monatstickets der IsarCard angeschafft, die tageweise für je einen Euro sowie einer 50-Euro-Kaution an jeden Kirchheimer Bürger ausgegeben werden. Beim Kauf sind Spenden gerne gesehen, die dem Bund für Naturschutz zugute kommen. 

Die Karte gilt für das gesamte MVV-Netz ohne Zeitbegrenzung. Maria Lindner (SPD) möchte die günstigen Fahrscheine nicht nur auf Senioren begrenzen, sondern auch Alleinerziehenden und Jugendlichen zugänglich machen. Für Günter Scherzl und seinen Fraktionskollege Bernhard Slawik (beide FWG) sind die beiden Anträge „nur Insellösungen und zu kleinteilig“. „Wir müssen unbedingt das in Arbeit befindliche Mobilitätskonzept abwarten“ sagte Slawik und „dann die Vorschläge einbauen.“ Nach Aussage von Bürgermeister Albert Hingerl wird das ganzheitliche Mobilitätskonzept nicht vor April vorliegen. Reinhard Tonollo (SPD) dauert das viel zu lange: „Wir brauchen kurzfristige Lösungen.“ Auch Eva-Maria Lawes und Ludwig Berger (beide CSU) wollen mir ihren Vorschlägen nicht auf das Mobilitätskonzept warten, sondern jetzt schon Erfahrungen sammeln. „Wir sehen unseren Vorschlag als Testballon“ meinte Berger „und könnten damit sofort loslegen“. Wolfgang Spieth (FDP) möchte eine Prüfung, ob neben dem bestehenden Angebot überhaupt eine Nachfrage besteht. Außerdem sieht er die vielen Zuschüsse äußerst kritisch: „Die Leute sollen auch was zahlen“. „Wir müssen vorher den bü- rokratischen Aufwand klären, der mit der gesamten Abwicklung verbunden ist und ebenso die damit verbundenen Kosten ermitteln“ forderte Werner Dankesreiter (Die Grünen). Für Albert Hingerl ist in der Verwaltung „alles machbar“ und sieht überschaubare Kosten. „Wir klären alles intern und dann können wir kaufen“ sagte der Bürgermeister. Für den Kauf von fünf Tickets der IsarCard 60 bzw. 65 sowie drei normale IsarCard für den MVV-Gesamtbereich gab es in der Sitzung eine große Mehrheit. Ebenfalls für den Prü- fungsauftrag an die Verwaltung zur kostenlosen Nutzung der Busse im Verbund PPA (Pliening, Poing, Anzing), deren Finanzierung erst mit den beiden Nachbargemeinden geklärt werden muss. fu

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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