Poing: Windräder lösen Diskussionen aus

Windräder Bergblick
+
Die Grünen haben einen Antrag eingereicht, der sich für Windkraft in Poing ausspricht

In der Poinger Gemeinderatssitzung ist über das Thema Windenergie debattiert worden. Die Grünen haben einen Antrag eingereicht, der sich für Windkraft in Poing ausspricht

Poing – Es gab bei dem Bürgerentscheid über Windräder im Ebersberger Forst eine sehr knappe Entscheidung für die regenerative Energieform. Doch diese fünf Projekte werden nicht reichen, die Klimaziele des Landkreises Ebersberg nur einigermaßen zu erreichen. Um diesen Zustand zu ändern, hat die Poinger Fraktion B‘90/Die Grünen einen Antrag gestellt.
Die Grünen fordern, dass neben einem Energiemix aus Photovoltaik, Biogas sowie Wasserkraft und Einsparungen mindestens 20 Windräder im Landkreis Ebersberg errichtet werden.

Außerdem soll sich der Gemeinderat dafür aussprechen, in Abstimmung mit den Nachbargemeinden nach geeigneten Standorten zu suchen und für diese Grundstücke Teilflächennutzungspläne auszuweisen. Weiter fordern die Grünen, dass die Energieagentur Ebersberg-München in die Planungen miteinbezogen wird. Die Anlagen sollen mit finanzieller Beteiligung und Gewinnbeteiligung der Bürger als Bürger-WEA errichtet werden und der Bürgermeister wird ermächtigt, das Vorhaben im Namen des Gemeinderats mit potenziellen Grundstückseigentümern von in Frage kommenden Flächen zu verhandeln.In der Gemeinderatssitzung wurde der Antrag kontrovers diskutiert.

Bürgermeister Thomas Stark erklärte, dass die Gemeinde das Windkraft-Thema sehr ernst nimmt. Das tun übrigens auch andere Kommunen im Landkreis. „Aus den Gemeinden Markt Schwaben, Forstinning, Anzing, Pliening, Poing und Vaterstetten ergibt sich die Teilraum-Arbeitsgruppe für Poing“ so Stark, „für die Festlegung der Teilräume wird vom Landratsamt ein einheitlicher Beschlussvorschlag erarbeitet, der im Herbst den Gemeinderäten zur Entscheidung vorgelegt werden soll.“

Der Rathauschef nannte die aktuelle 10H-Regel als größtes Problem für Windkraft in Poing: „Seit 2014 sind Windenergieanlagen im Außenbereich nur noch dann privilegiert zulässig, wenn sie einen Abstand vom 10-fachen ihrer Höhe zu geschützten Wohngebieten einhalten“. Und für die Verwaltung heißt das: eine Windenergieanlage unterhalb des Mindestabstands kann ohne Zustimmung vor Ort durch Bauleitplanung der Gemeinde nicht errichtet werden.

Bei der Diskussion erklärte Stark, dass „die Konzeption zur Planung von Windenergieanlagen bereits unabhängig vom vorliegenden Antrag durch die Verwaltung bearbeitet wird.“ Zudem kritisierten die Fraktionen, dass der Antrag „zu allgemein“ gehalten ist und keinen Bezug zur Gemeinde darstellt. Vor allem sind sie gegen die obengenannten Punkte 4 (finanzielle Beteiligung) und 5 (Grundstückseigentum).
Daniel Becker (Grüne) forderte: „Wir müssen loslegen und vor allem die 10H-Regel umgehen.“ Sein Fraktionskollege Werner Dankesreiter freute sich, dass „die Verwaltung hinter der Windkraft steht“. Er wünscht sich nur „ein Statement“. Das setzte dann der Gemeinderat mit einer Mehrheit für den Antrag. - fu

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Turnjugendtreffen in Franken
Markt Schwaben
Turnjugendtreffen in Franken
Turnjugendtreffen in Franken
Poings scheidender Bürgermeister Albert Hingerl löst Wahlversprechen ein
Markt Schwaben
Poings scheidender Bürgermeister Albert Hingerl löst Wahlversprechen …
Poings scheidender Bürgermeister Albert Hingerl löst Wahlversprechen ein
Größte Laufveranstaltung im Münchner Osten
Markt Schwaben
Größte Laufveranstaltung im Münchner Osten
Größte Laufveranstaltung im Münchner Osten
Adventsmarkt am Schachtlhof in Markt Schwaben
Markt Schwaben
Adventsmarkt am Schachtlhof in Markt Schwaben
Adventsmarkt am Schachtlhof in Markt Schwaben

Kommentare