Politik

„Red‘ mit!“ in Poing

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Albert Hingerl fungierte als „Fragebeantworter“.

Bei der Veranstaltung „Red‘ mit!“ in Poing musste Bürgermeister Albert Hingerl Frage und Antwort stehen

Poing - Red´mit! – die Initiative des SPD Kreisverbandes gastierte in der Poinger Einkehr. Zu dem Format, das schon in einigen Gemeinden des Landkreises Ebersberg veranstaltet wurde, hatte der SPD Ortsverein Poing geladen. Etwa 30 Bürger – darunter auch einige Gemeinderäte - begrüßten Cornelia Gütlich und Reinhard Tonollo vom Ortsverein. Als „Fragenbeantworter“ fungierte Albert Hingerl, SPD-Fraktionssprecher im Kreistag und zugleich Poings Bürgermeister. Getreu dem Veranstaltungsmotto meinte Hingerl: Wir wollen mit ihnen reden. Wir hören ihnen zu!“ Auch Bürgermeister-Kandidat Tonollo unterstrich die Bedeutung der Versammlung: „Alles was sie sagen, nehme ich als Kandidat mit.“

Lärm, Stau, Parkprobleme

Der Einstieg war das Thema Verkehr. Hier ging es hauptsächlich um Lärm, Staus, Parkprobleme und Geschwindigkeitsübertretungen an einigen Stellen im Gemeindegebiet. „Sind froh, dass wir die Verkehrsüberwachung haben“, so Hingerl, „und zudem müssen wir warten, bis das Mobilitätskonzept ausgewertet ist und werden dann reagieren.“ Trotzdem blieb die Forderung nach weniger Verkehr. „Leider bedeuten mehr Wohnungen und mehr Straßen auch mehr Verkehr“ meinte Hingerl, „deshalb muss der öffentliche Nahverkehr – auch innerorts – reguliert werden“. Und da kamen natürlich die Probleme mit der S-Bahn ins Gespräch. Moniert wurden Taktung und Zugausfälle. Auch gab es den Wunsch nach einem behindertengerechten Bahnhof. Dazu Hingerl: „Mich regt die S-Bahn auch auf. Poing hat sich entwickelt, die Bahn nicht“. Nach seiner Aussage soll der „neue“ Bahnhof komplett behindertengerecht werden.

Bezahlbarer Wohnraum

Bezahlbarer Wohnraum – in welcher Gemeinde ist das keine Forderung. Aber hier hat Poing – trotz geplanter 20.000 Einwohner – gute Karten. „In den neuen Gebieten W7 und W8 sind 40 Prozent bezahlbare Wohnungen vorgesehen“ sagte Hingerl „und auch bei anderen Projekten achten wir darauf, dass für unsere Bürger ein Wohnen in Poing möglich ist und bleibt.“

Planung des Seniorenzentrums

Apropos neue Quartiere: Hier sollten unbedingt die Wünsche von Jugend und Senioren berücksichtigt werden. Dazu Hingerl: „Es ist ein Seniorenzentrum für 100 Personen in Poing-Süd geplant“. Lobend erwähnt wurde der geplante Expressbus zur Messestadt Ost. Gefordert wurde jedoch eine tägliche Busverbindung nach Ebersberg – explizit zur Kreisklinik. Deswegen fahren die Bürger lieber nach München zum Arzt – obwohl es laut Hingerl in Poing 30 Praxen und 50 Ärzte gibt. Trotzdem gibt es teilweise lange Wartezeiten bei Spezialisten – was durch den starken Zuzug noch erschwert wird. Beim Thema „Bürgerhaus“ sprach sich Tonollo für einen Neubau aus. „Wir kommen mit dem vorhandenen Platzangebot bei größeren Veranstaltungen nicht mehr aus und bekommen leider auch schon Absagen“. Unterstützung bekam er vom Gemeinderat-Kollegen Peter Mayer: „Bei uns gibt es keinen politischen Willen für ein Bürgerhaus“. Dem entgegnete Albert Hingerl: „Wir haben 30 Millionen Euro Schulden und müssen jetzt und in Zukunft viele wichtige und kostspielige Projekte finanzieren – da steht ein Bürgerhaus nicht ganz oben auf der Agenda.“ Dazu meinte Tonollo, dass die Planung jetzt anfangen sollte, „sonst verlieren wir mehrere Jahre“.

Maßnahmen gegen den Fluglärm 

Während der Veranstaltung wurden alle angesprochenen Themen und Anregungen notiert. „Ende des Jahres gehen wir in Klausur, um alle Punkte zu analysieren“ versprach Albert Hingerl. Darunter waren noch die Forderung für Einheimischen-Bauland für Grub und Angelbrechting; Maßnahmen gegen den Fluglärm (gibt im Herbst einen Termin am Flughafen); Tempo 30 im gesamten Ortsbereich; Förderung des Ehrenamt; das neue Gymnasium soll ein Kulturzentrum bekommen und der „alte“ REWE-Markt könnte durch einen Drogeriemarkt ersetzt werden.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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