Seit 600 Jahren „Weißer Falke auf rotem Grund“

Markt Schwaben

(wal) – Mit einem großartigen Festakt im Unterbräusaal wurde am vergangenen Wochenende das Festjahr „600 Jahre Markt Schwabener Falke“ gestartet. Dabei gelang den Organisatoren eine wunderbare Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Nicht zufällig wurde der Unterbräu als Veranstaltungsort für diesen Auftakt ausgewählt. „Der Unterbräu ist unser ältestes Gebäude, seine Anfänge liegen in der Zeit vor dem 30jährigen Krieg“, erklärte Bernhard Winter in seiner Begrüßungsrede. Noch älter ist allerdings das Wappen der Marktgemeinde. „Es war heute vor genau 600 Jahren, nämlich am Freitag vor dem Weißen Sonntag 1409“, fuhr der Bürgermeister fort, „da verlieh Herzog Stephan der Kneißl unserem Markt den weißen Falken auf rotem Grund als Wappen“. Mit Klängen der „Markt Schwabener Bankerl Musi“ umrahmt wechselten sich nacheinander mittelalterlich gedrehte Filmszenen mit Ansprachen und Musik ab. Vor allem die raffiniert inszenierte Kurzfilme, aufgenommen mit Akteuren des historischen Rittervereins „Falkenklinge“ wussten ebenso zu gefallen wie zum Abschluss der viel beachtete Aufmarsch von Herzog Stephan (Holger Schmidt) mit Gefolge unter Klängen des mittelalterlich gekleideten Fanfarenzuges Gernlinden zur Wappenübergabe. Zuvor plauderte ein „edler Herr aus unserer Zeit“ (Rainer Walraf) nacheinander in den Kurzfilmen mit einer Marktfrau (Veronika Motsch), unterhielt sich mit einem Geistlichen (Tobi Mecker), lief im Wald einem herzoglichen Krieger (Nicolaus Kölln) über den Weg und sprach mit dem zuständigen Landpfleger und dessen Assistenten (Maximilian Hartl und Jürgen Thuro). Dabei ging es immer um das Gerücht, dass Herzog Stephan der Kneißl persönlich nach Schwaben kommen könnte um das „ledig gewordene Wappen“ der Edlen von Falkenberg zu übergeben. Selbstverständlich ging es auch in allen Grußworten um dieses Thema. Bürgermeister Bernhard Winter lobte Otmar Demharter, in dessen Verantwortung die künstlerische Gestaltung des Festes stand, ebenso wie den Verein Falkenklinge, Mitarbeiter des Bauhofes und Rathauses, sowie andere ehrenamtlich agierende Bürger der Marktgemeinde. Dem Blick in die Vergangenheit mit der Wappenverleihung im Jahr 1409 als Zentralereignis folgte einer in die Zukunft. „Wird im Jahr 2609 der Unterbräu noch stehen, wird es da unser Markt Schwaben noch geben? Jawohl, ich glaube daran!“ philosophierte der Bürgermeister. Als Vertreter des Landrates verglich Magdalena Föstl das Markt Schwabener Wappen mit der Ebersberger „Tanne“, deren Äste die Landkreisgemeinden symbolisieren. Regierungspräsident a.D. Werner-Hans Böhm ging ebenfalls auf das Wappen als Symbol für Gemeinden und Städte ein, das in der Regel mit der Geschichte verbunden ist. Auf die Hintergründe und der Bedeutung der Wappenverleihung ging schließlich Prof. Dr. Reinhard Heydenreuter im Festvortrag genauer ein. Demnach war eine Wappenverleihung grundsätzlich auch mit dem Siegelrecht und damit dem „Recht der Beurkundung“ verbunden. Wappen und Banner signalisierten das Recht der niedrigen Gerichtsbarkeit, kleinere Delikte wie Diebstahl unter fünf Gulden gehörten dazu. Im Übrigen war der weiße Sonntag früher der erste Fastensonntag „Sonntag in den Fasten“ und im Jahr der Wappenverleihung sei dies der 22.Febuar 1409 gewesen. So stehe es auch auf der entsprechenden Urkunde. Nach dem Festakt schloss sich ein buntes Treiben rund um den Unterbräu an das von Illumination und Lichtkunst geprägt war.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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