Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Kinder an Süchten leiden 

Wenn Kinder süchtig werden

Jugendliche spielen am Handy
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Oftmals ist es die Mediensucht, die unter Kinder und Jugendlichen stark verbreitet ist.

Der Aktivkreis Kinder startet ab April mit einer neuen Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Kinder an Süchten leiden oder in Abhängigkeit geraten sind.

Markt Schwaben - „Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen ist während der letzten Jahre zunehmend gestiegen und steigt weiter. Die Corona Pandemie hat dazu beigetragen, dass Stressfaktoren gestiegen sind“, so Lidija Sturmann, eine der Initiatorin der neuen Selbsthilfegruppe. Aber nicht nur für die Jugendlichen hat sich der Stresslevel, gerade in Pandemiezeiten erhöht, auch für die Eltern. „Mehrere Anfragen von Markt Schwabener Familien, waren für uns das Startzeichen hier für Eltern einen Unterstützung anzubieten“, so Silke Staab-Thuro, die zusammen mit Sturmann die Idee zu dieser Selbsthilfegruppe hatte.

Sturmann und Staab-Thuro arbeiten schon seit längerem im Aktivkreis Kinder zusammen, vor allem bei der Familienpatenschaft. Dies ist eine vorübergehende Unterstützung für Familien, die zeitweise in eine schwierige Situationen geraten sind. Die Familienpaten arbeiten mit Ämtern und sozialen Einrichtungen zusammen. Das Projekt gibt es seit zehn Jahren.

Kinder und Jugendliche haben sich während der Corona- Pandemie zurückgezogen und sind dadurch in verschiedene Süchte - oftmals Mediensucht - geraten. „Die Eltern berichten uns von ihrer Hilflosigkeit und wünschen sich ergänzend zu einer therapeutischen Behandlung eine Selbsthilfegruppe zum gegenseitigen Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung“, so Staab-Thuro.

Der übermäßige Konsum von Angeboten in der virtuellen Welt hat eine verzerrte Wahrnehmung der realen Umwelt zur Folge. Negative Signale, wie Hass, Gewalt usw. haben Aggressionen und ein niedriges Selbstwertgefühl zur Folge. Daraus entwickeln sich immer öfter psychische Störungen wie zum Beispiel Depressionen, Essstörungen, Sucht oder Aufmerksamkeitsstörungen.

Die Eltern wiederum fühlen sich überfordert und allein gelassen und wissen oft nicht, an wen sie sich wenden können.

Sobald sie geeignete Hilfe gefunden haben, ist die Wartezeit für die Behandlung sehr lange. Auch professionelle Beratungsstellen sind meistens ausgebucht.

Die Selbsthilfegruppe ersetzt keine professionelle Therapie. Sie soll lediglich dazu beitragen die Familien zu unterstützen und zu begleiten, da die Betroffenen ihre Situation oft als sehr schwierig und sogar bedrohlich empfinden.

Die Gruppe ist ein niederschwelliges Angebot für Markt Schwabener Eltern (oder andere Angehörige), deren Kinder an Süchten leiden oder in Abhängigkeit geraten sind. Hier lernen die Betroffenen gemeinsam mit anderen die Abhängigkeitsproblematik zu akzeptieren, darüber zu sprechen und letztendlich auch zu bewältigen.

Das erste Treffen findet am Mittwoch, 6. April um 19.30 Uhr in Markt Schwaben, im „Ostra-Zimmer“ des Gemeindehauses „Unterbräu“ statt. Betroffene aus Markt Schwaben sind herzlich eingeladen, sich dafür bei
Lidija Sturman unter stu1104sl@web.de anzumelden.

Weitere Termine im sind 4. Mai, 1. Juni und 6. Juli. at

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