Insektensterben zum Thema

SPD Stammtisch diskutiert über Agrarkultur

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Wollte durch einen umfassenden Bericht zur landwirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrhunderte das Bewusstsein schärfen: Referent Balduin Koczynski

Vom Agrarstaat zur industriellen Landwirtschaft - diesem Thema und seinen Folgen widmete sich der offene Stammtisch der SPD-Ortsgruppe Markt Schwaben im März. 

Markt Schwaben - Als Referent war diesmal zum offenen Stammtisch der SPD-Ortsgruppe Markt Schwaben Balduin Koczynski geladen. Er stieg mit einem Vortrag zur Entwicklung der Landwirtschaft ein – beginnend bei dem ersten Ackerbau vor 10. 000 Jahren. In einem Abriss stellte Koczynski die Industrialisierung der Landwirtschaft seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts vor. In Zahlen ausgedrückt bedeutet diese Veränderung: Bei einer deutlichen Steigerung der Produktion geht die bewirtschaftete Fläche in der Zeit zwischen 1900 und 2017 um 36 Prozent, die Anzahl der Betriebe um 95 Prozent und der Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigen auf nur noch 2 Prozent zurück. 

Die Gründe für diese Produktivitätssteigerung sind die Weiterentwicklung der Produktionsweisen, moderne Ställe und Maschinen, neue Züchtungen wie beim Mais, aber auch eine Steigerung der Pestizide und der Dünger. Als Auswirkungen dieser Entwicklung lassen sich unter anderem ein massives Insektensterben nennen, das wiederum zu einem deutlichen Rückgang in der gesamten Nahrungskette führt. Als Beispiel führte der Referent hier den enormen Rückgang bei den Singvögelpopulationen an. Nachdem Koczynski diese ernüchternden Fakten aufgeführt hatte, versuchten die Teilnehmer in der anschließenden Diskussion Lösungen zu finden. Aktionen wie „Ebersberg summt“ wurden als positives Beispiel genannt. Wichtig sei neben gemeindeeigenen Maßnahmen aber auch die Aufklärung der Öffentlichkeit zur Bewusstseinsbildung und um eine breite Akzeptanz und Unterstützung für artenreiche Begrünung mit heimischen Arten zu erreichen, stellten die Teilnehmer fest. Eine konkrete Maßnahme könnte ein direkter Kontakt zu den größeren Landwirten in Markt Schwaben sein, um ihre Situation zu erfahren, bei Ihnen das Bewusstsein zu schärfen und Verbesserungsmaßnahmen zu erreichen. Als Fazit des Abends steht wiederholt die Erkenntnis, dass ein Umdenken notwendig ist und jeder – vom Verbraucher über den Landwirt bis zum Hobbygärtner einen Teil zur Lösung des Problems beitragen muss.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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