Schwaberwegen kommt nicht zur Ruhe

Viel Ärger wegen der St. 2080-Umgehung

+
Zwischen 10.000 und 13.500 Kraftfahrzeuge sind täglich auf der St. 2080 unterwegs.

Trotz des Gemeinderats-Beschluss für die Umgehung westlich von Schwaberwegen kehrt keine Ruhe ein. Jetzt steht der Planfeststellungsbeschluss an. 

Forstinning – Die Staatsstraße 2080 im Gemeindegebiet Forstinning und deren westliche Umgehung in Schwaberwegen war schon 1981 in oberster Regierungsstelle präsent. In einem Brief vom 16. Dezember schrieb der damalige Bayerische Innenminister Gerold Tandler an den Forstinninger Bürgermeister im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der A 94, dass zum einen für die Gemeinde eine Anschlussstelle vorgesehen ist und zum anderen, dass eine Umgehung in Erwägung gezogen wird. Tandler schrieb, dass „in erster Linie eine Entlastung der Ortsdurchfahrt erreicht werden soll.“ Zwei Jahre später unterstützte in einem Schreiben vom 30. Juni die Oberste Baubehörde im Innenministerium nochmals das Begehren einer Umgehungsstraße. Doch nichts passierte. Durch die Fertigstellung der A 94 (mit Anschlussstelle Forstinning) wurde zwar der Verkehr durch Forstinning (ehemalige B 12 – jetzt Münchner Straße) entlastet, dafür nahm er auf der Querverbindung nach Ebersberg stark zu. Und die Umgehung war wieder in aller Munde – zumal durch die Errichtung des Autohauses EBE und den Ausbau das ALDI-Auslieferungslager in Ebersberg (am Rand des Ebersberger Forstes) die Lastwagen auf ihrer Fahrt von dort zur Autobahn (und umgekehrt) den bereits starken Personenwagenverkehr zusätzlich belasteten. 

Jetzt wurden wieder bestehende Trassen-Pläne aus den Schubladen geholt, die von Bürgerinitiativen und Gemeinden vorgeschlagen und verworfen wurden. Das waren die „Wahltrasse“, die von Ebersberg nach Hohenlinden direkt auf die B 12 führt, der Ausbau der bestehenden „Forststraße“ von Ebersberg nach Anzing (hatte keine Chance) oder die „Köhntrasse“, die ab der Kapelle von der St. 2080 ein großes Waldstück quert und in Anzing näher der Autobahn endet. Die wurde wegen des großen „Flurschaden“ des Ebersberger Forst und von der Anzinger Gemeinde abgelehnt. Auch eine 750 Meter lange Tunnellösung (Umfahrung östlich von Moos) scheiterte an den geschätzten Kosten von circa 32 Millionen Euro. Nägel mit Köpfen machten dann das Straßenbauamt Rosenheim und präsentierte 2016 dem Forstinninger Gemeinderat die Planung für eine Umgehung westlich von Schwaberwegen, die insgesamt 2,4 Kilometer lang ist und davon 1,085 Kilometer entlang am Rand des Forsts führt, der auf einer Fläche von circa zwei Hektar gerodet wird. Weiter sind Wirtschafts-, Geh- und Radwege sowie einen Flüsterasphalt-Straßenbelag vorgesehen und eine Lärmschutzwand (zwei Meter Höhe) gebaut. Ebenso wurden in der Studie die artenschutzrechtlichen Vorgaben berücksichtigt. Der Forstinninger Rat votierte am 14. Juni 2016 mit 16:0 Stimmen für die vorgeschlagene Straßenführung. Das geschätzte Verkehrsaufkommen (Messungen 2010 und 2015) auf der „alten“ Staatsstraße durch Schwaberwegen liegt ganztägig zwischen 10.000 und 13.500 Kraftfahrzeugen (davon ca. 1.000 Schwerlastverkehr) und wird nach allen Prognosen nicht weniger. Zumal derzeit im Norden von Ebersberg das Gewerbegebiet erheblich erweitert wird. Nach dem Gemeinderats-Beschluss meldeten sich die Anwohner der bisherigen Straßenführung der St. 2080 und jene, die an der neuen Umgehung wohnen, wieder zu Wort und versuchten mit Plakataktionen, Demos, Petitionen, Filmen, Eingaben an die Gemeide, Unterschriftslisten, Zeitungsartikeln und Leserbriefen den Entscheid zustimmend oder ablehnend zu begleiten. Zum einen ist das die Bürgergruppe Schwaberwegen/Moos (Carl Teine, Siegfried Streb, Joseph Hollmayer), die für die Umgehung sind. Auf der Gegenseite die Bürgerinitiative St2080 – Schwaberwegen und Moos um Dr. Ludwig Seebauer, die sich aktuell die Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst e.V., den Landesverband Vorgelschutz LBV Ebersberg e.V. und den Landschaftsschutz Ebersberger Land e.V. als Unterstützer ins Boot holte (die letztgenannten sind übrigens auch gegen die Windkraftanlagen).

Jetzt – 35 Jahre später – gibt es außer einer Planung des Staatlichen Bauamt Rosenheim, das wahrscheinlich Anfang 2019 den Planfeststellungsbeschluss bei der Regierung von Oberbayern einreicht, weiterhin ein hohes Gefahrenpotential, Lärm, schlechte Luft und nicht nachlassenden Durchgangsverkehr in Schwaberwegen und Moos. (fu)

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

Planungen für regelmäßigen Reparaturtreff und zweiten Reparaturtag
Planungen für regelmäßigen Reparaturtreff und zweiten Reparaturtag
Schnullerempfang im Unterbräusaal
Schnullerempfang im Unterbräusaal
Eigenen Kräuter- und Gemüsegarten in Poing mieten
Eigenen Kräuter- und Gemüsegarten in Poing mieten
Erfolgreich - der Mädchen- und Frauenfußball beim FC Forstern
Erfolgreich - der Mädchen- und Frauenfußball beim FC Forstern

Kommentare