Unfall in ALU-Gießerei aufgeklärt

Ein Missgeschick und ein dummer Zufall

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Der Unfall in einer ALU-Gießerei in Markt Schwaben ist aufgeklärt. Eine Verkettung von unglücklichen Umständen führte zu 46 verletzte Personen und einem Sachschaden von 300.000 Euro

Markt Schwaben - Eine kleine Unachtsamkeit eines Staplerfahrers sowie ein ausgesprochen dummer Zufall waren die Ursache für den gestrigen Betriebsunfall bei einem Markt Schwabener ALU-Verarbeitungsbetrieb. Dies teilt die Polizei Poing in einer Pressemitteilung mit. 

Einem 27-jähriger Mitarbeiter schwappte beim Transport eines mit 800 Grad heißen Aluminium befüllten Behälters mit dem Gabelstapler eine geringe Menge davon über. Als dieses auf den Boden aufkam, explodierten einige Tropfen aufgrund des großen Temperaturunterschiedes und wurden einige Meter weit weggeschleudert.

Dabei traf ein etwa ein Zentimeter großer Tropfen ausgerechnet den mechanischen Schalter, der den Entleerungsprozess des Schmelzofens in Gang setzt, so dass sich mehrere hundert Liter flüssiges Aluminium auf den Boden ergossen, nachdem der Auffangbehälter zuvor mit dem Stapler entfernt worden war. Da der Alutropfen auch sofort abkühlte und erstarrte, blieb der Schalter gedrückt. Aufgrund des großen Temperaturunterschiedes entzündete sich das auslaufende Aluminium schlagartig. Obwohl der Evakuierungsplan des Betriebes perfekt funktionierte, mussten fünf Mitarbeiter eine Nacht stationär im Krankenhaus verbringen, da sie giftige Dämpfe eingeatmet hatten.

45 weitere Kollegen klagten über Übelkeit und Hustenreize, konnten jedoch nach ambulanter Untersuchung durch den Notarzt beziehungsweise der Rettungsdienstbesatzungen den Heimweg antreten.

Gegen den im Landkreis Erding wohnenden Fahrer des Staplers, auch einer der stationär aufgenommenen Verletzten, der durch das Verschütten des heißen Aluminiums den Unfall verursachte, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Der Gesamtschaden wird auf ca. 300.000 EUR geschätzt. red

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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