Initiative zur Rettung des Alten Bahnhofs

Bewegte Geschichte bewegt die Gemüter

Historische Aufnahme des Alten Bahnhofs, entstanden kurz nach der Versetzung um das Jahr 1900.

Geht es um die Baudenkmäler Oberschleißheims, so denken die meisten zunächst an die drei Schlösser. Weniger bekannt ist, dass auch der Alte Bahnhof eine bewegte Geschichte hinter sich hat - „bewegt“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn 1898, genau 40 Jahre nach seiner Errichtung, wurde das Gebäude durch eine Spezialfirma um sechs Meter nach Osten verrückt. Der Streckenausbau erforderte es nämlich, Platz für ein zweites Gleis zu schaffen.Bis zur Einführung des S-Bahnverkehrs im Jahre 1972 wurde der Bahnhof noch als Haltestelle genutzt,  danach siedelten sich Logistikfirmen und Gastronomen an, so zum Beispiel die griechische Taverne „Heraklit“ in den 1980er Jahren. Seit zehn Jahren steht der Bau nun komplett leer und verfällt zusehends. Die Gebäudefassade bröckelt und ist mit Graffitis besprüht, das Wartehallendach ist eingestürzt - ein Schandfleck für die Gemeinde, so die Meinung vieler Bürger. Und bald schon könnte der Abriss drohen.

Geht es um die Baudenkmäler Oberschleißheims, so denken die meisten zunächst an die drei Schlösser. Weniger bekannt ist, dass auch der Alte Bahnhof eine bewegte Geschichte hinter sich hat - „bewegt“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn 1898, genau 40 Jahre nach seiner Errichtung, wurde das Gebäude durch eine Spezialfirma um sechs Meter nach Osten verrückt. Der Streckenausbau erforderte es nämlich, Platz für ein zweites Gleis zu schaffen.

Bis zur Einführung des S-Bahnverkehrs im Jahre 1972 wurde der Bahnhof noch als Haltestelle genutzt,  danach siedelten sich Logistikfirmen und Gastronomen an, so zum Beispiel die griechische Taverne „Heraklit“ in den 1980er Jahren. Seit zehn Jahren steht der Bau nun komplett leer und verfällt zusehends. Die Gebäudefassade bröckelt und ist mit Graffitis besprüht, das Wartehallendach ist eingestürzt - ein Schandfleck für die Gemeinde, so die Meinung vieler Bürger. Und bald schon könnte der Abriss drohen.

Doch nicht alle wollen das tatenlos hinnehmen: Bereits 2008 haben sich mehrere mitunter namhafte Persönlichkeiten zur Initiative „Vabosh“ („Verrückter Alter Bahnhof Oberschleißheim“) zusammengefunden, im vergangenen Jahr ist als sechstes Mitglied der Historiker und SPD-Vorsitzende Andreas C. Hofmann beigetreten. Er leitet die Initiative seitdem als kommissarischer Vorsitzender und verfolgt ein klares Ziel: den „Erhalt des Gebäudes und seine angemessene Renovierung“.

Ein zweiter Schritt soll die „Nutzbarmachung für die Öffentlichkeit“ sein. Hofmann könnte sich durchaus vorstellen, beispielsweise ein Heimatmuseum, ein Kulturcafé für Schleißheimer Künstler oder auch einen Ausstellungsraum für Modelleisenbahnen in dem historischen Bahnhof einzurichten. „Dann haben auch die Leute was davon“, meint er.

Würde es gelingen, das Gebäude zu erwerben, so wäre dies natürlich der Idealfall. Doch der momentane Besitzer, die Deutsche Bahn AG, lehnt einen Verkauf bislang rigoros ab. Vorrangig ist dieses Ziel nach Aussage des Historikers ohnehin nicht, auch weil es am schwierigsten zu verwirklichen ist. „Man müsste viel Geld in die Hand nehmen“, so Hofmann, „und wäre auf die Unterstützung privater oder öffentlicher Investoren angewiesen“.

Dass der „Verrückte Alte Bahnhof“ rettenswert ist, daran lässt Andreas C. Hofmann keinen Zweifel. Seine Argumente sind  ebenso berufliche wie persönliche. Historisch gesehen, ist der Bahnhof ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte. Als er 1858  entstand, gab es erst seit 25 Jahren eine Eisenbahn in Deutschland. „Und die älteren Fahrgäste haben noch Napoleon miterlebt“, erklärt Hofmann. Doch auch die persönliche Bindung des Oberschleißheimers ist groß. „Ich bin in der Gemeinde aufgewachsen und kenne den Bahnhof schon von Kindheit an“, sagt er. „Daher tut es mir in der Seele weh, das mitansehen zu müssen.“  

Die Initiative „Vabosh“ will nun Druck auf die Bahn ausüben - durch eine Online-Petition, die noch bis zum 21. Januar 2015 läuft. Das Resultat der Petition soll dem Konzern möglichst öffentlichkeitswirksam übergeben werden, danach sind weitere Schritte geplant. Hofmann denkt an Infoveranstaltungen oder  auch stille Demonstrationen in Form von Lichterketten - Dinge also, die die Bürger mobilisieren und die Verantwortlichen wachrütteln sollen. 

Geplant ist auch, aus der Initiative einen Verein zu machen. „Hier sind wir gerade bei den verschiedensten Formalia“, verrät der Historiker. Von der Vereinsgründung erhofft er sich neue gute Ideen, um das Ziel zu erreichen: die Rettung des Alten Bahnhofs Oberschleißheim. 

Weitere Informationen finden sich auf der Internetpräsenz der Initiative unter http://www.vabosh.de. Wer an der Online-Petition teilnehmen möchte, kann dies unter  http://bit.ly/vabosh-petition tun. Auch in einigen hiesigen Läden liegen Eintragungslisten aus.

Quelle: freising-online

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