Sabotage am Weiher

Vielleicht aus Liebe zum Biber?

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Blanker Unsinn ist es, die Drahthosen an geschützten Bäumen aufzuschneiden. Der Biber findet auch so genug zu fressen. 

Am Unterschleißheimer Weiher ist es nun schon mehrfach zu Sabotage-Akten gekommen. Unbekannte haben Gitter, die Bäume vor Biberverbiss schützen sollen, zerstört, respektive nutzlos gemacht. Der Bund Naturschutz vermutet falsch verstandene Tierliebe dahinter. Dabei findet der Biber auch so genug zu Fressen.

Schon wieder hat jemand die Baumschutzmaßnahmen am Weiher in Unterschleißheim sabotiert. Sogenannte Gitterdrahthosen sollen eigentlich gefährdete Bäume vor Biberverbiss schützen und dem seinerseits streng geschützten Tier die Chance auf eine gute Nachbarschaft mit den Anwohnern am Furtweg ermöglichen. Lebensraum für den Biber am Weiher schaffen auf der einen Seite, Erhaltung der Erholungsqualität und Verkehrssicherheit auf der anderen Seite. Für alle Beteiligten eine Win-win-Situation. 

Ein Stückchen „wilde“ Natur und Zivilisation auf engstem Raum! Durch vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der Stadt Unterschleißheim, dem Bund Naturschutz, Ortsgruppe Schleißheim, und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises München hat man deshalb etwa fünfzig gefährdete Bäume fachkundig mit Drahthosen gesichert. Auch ohne diese Großbäume findet der Biber nämlich noch genug zum Fressen. Vor einiger Zeit hatte jemand die Drahthosen um die Bäume hochgeschoben und mit Hölzern verkantet, sodass der Biber gemütlich unten durch schlüpfen und seiner Nagetätigkeit nachgehen konnte.

Der ursprüngliche Zustand wurde danach wiederhergestellt. Vor einer Woche wurden dieses Mal aber die Kabelbinder, mit denen die Drahthosen um die Bäume zusammengehalten sind, durchgeschnitten, sodass einige Bäume jetzt gänzlich ohne Schutz dastehen. Wer tut so was? In wessen Interesse liegt es, den Artenschutz zu sabotieren und eine friedliche Koexistenz von Mensch und Biber zu zerstören? Oder sollte Tierschutz das Motiv sein? Dann sollte der Täter seine Aktivitäten noch mal dringend überdenken. Fragen über Fragen, die man sich jetzt beim Bund Naturschutz und auch in den Behörden stellt. Vielleicht hilft es ja auf diesem Wege Aufklärungsarbeit zu leisten.

Quelle: freising-online

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