Kinoprogrammpreis geht nach Lohhof

Das Capitol hat das beste Programm

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Stefan Stefanov freut sich über die Auszeichnung von Monika Grütters

Vor Kurzem sind vom Bundeskulturstaatsministerium (BKM) die Kinoprogrammpreise 2018 in Münster vergeben worden. Das BKM würdigt und fördert mit dem Kinoprogrammpreis die Filmtheater, die sich bei der Verbreitung deutscher und europäischer Filmkunst besonders verdient gemacht haben. Monika Grütters erklärte: „Wer Kino sagt, meint Kultur! Das gilt vor allem für die Programmkinos, die wir heute auszeichnen. Sie sorgen dafür, dass Gesellschaft auch als Gemeinschaft erlebt wird. Denn Kino ist Infrastruktur!"

Während Unterschleißheim eine lebendige Kulturszene hat, ist in vielen Gegenden das Kino – neben der Buchhandlung – die letzte kulturelle Begegnungsstätte überhaupt. Kulturstaatsministerin Grütters weiter: „Den Kulturort Kino zu erhalten und zu stärken, gerade auch außerhalb der Ballungsgebiete, bleibt auch künftig ein wichtiger Pfeiler unserer Kulturpolitik. Denn: Kino, das sind wir alle! Dazu gehört, dass viele Kinos sich an Initiativen für eine offene Gesellschaft, gegen Ausgrenzung und Gewalt beteiligen.“ In diesem Jahr wurden 222 Programmkinos mit insgesamt 1,8 Millionen Euro für ihr herausragendes Kinoprogramm 2017 prämiert. Den Spitzenpreis 2018 für das beste Jahresfilmprogramm in Höhe von 20.000 Euro erhielt das „Kino am Raschplatz“ in Hannover. Das CAPITOL Kino in Unterschleißheim wurde erstmals für sein Jahresprogramm mit einer Prämie von 7500 Euro ausgezeichnet. 

Stefan Stefanov, Be treiber des Capitols, freut sich, dass sein kulturelles Engagement nicht nur von den Gästen angenommen, sondern auch von den Kulturverantwortlichen gesehen wird: „In einer kleinen Stadt wie Unterschleißheim erfordert es viel Einsatz und Ausdauer, ein anspruchsvolles Programm zu etablieren. Aber genau das wollen die Leute in ihrem Kino vor Ort sehen“. Das Capitol ist das einzige Programmkino im Münchener Norden mit einem Schwerpunkt auf Arthouse, Dokumentationen und anspruchsvollen Filmen. Obwohl das Lichtspielhaus seit acht Jahren regelmäßig vom FFF und mehrfach vom BKM ausgezeichnet wurde, ist es schwierig, das Kino weiter zu entwickeln. Die räumlichen Bedingungen im Gebäude an der Alleestraße sind beschränkt. Es fehlt der Platz für gastronomische Angebote wie eine Filmbar, auch an einen zweiten kleinen Saal ist nicht zu denken. 

Daher bemühen sich Stefanov und sein Mitarbeiter und zukünftiger Geschäftspartner, Anton Koch, seit zwei Jahren darum, einen neuen Platz für ein größeres Kino in Unterschleißheim zu finden. „Wir hatten gehofft, den Stadtrat für ein Filmtheater auf dem ehemaligen Esso-Grundstück begeistern zu können. Im Bauausschuss war man jedoch der Meinung, dass ein weiterer Supermarkt und Wohnungen eher zu einer Aufwertung der Bezirksstraße führten, als die kulturelle Nutzung durch ein Kino“, so Anton Koch. Gutachten, die die Stadt in Auftrag gegeben hatte, ergaben, dass es ein großes Publikumspotential für ein kleines Kinocenter mit mehreren Sälen in Unterschleißheim gibt. So ist man weiter auf der Suche nach einem Platz für das CAPITOL - Kino der kommenden zwanziger Jahre: „Das Kino wird seit 1970 totgesagt. Wir glauben aber, dass es einfach ein Ur-Bedürfnis der Menschen ist, etwas gemeinsam zu erleben“, ist Stefanov überzeugt. „Deswegen wollen wir hier in Unterschleißheim auch im nächsten Jahrzehnt ein ansprechendes Programm für alle anbieten.“

Quelle: freising-online

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