Kritik an den Betreiber

Circus Barnum: PETA empfielt ein tierfreies Programm

Kamel frisst einen Salat mit Artgenossen
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Schon vergangenem Herbst hat der Cirucus Barnum um Futterspenden gebeten. PETA will eine Abgabe, um den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

Seit vergangenem Jahr ist der Circus Barnum in Unterschleißheim gestrandet. PETA fordert nun, dass er seine Tiere aufgibt.

Schwierige Zeiten für Zirkusse mit Tieren: Das Veranstaltungsverbot aufgrund der Coronakrise traf Zirkusse gleich zu Beginn der Tourneen im letzten Frühjahr. Die fehlenden Einnahmen brachten insbesondere Zirkusse mit kostspieliger Tierhaltung in eine prekäre Lage. Durch den andauernden Lockdown dürfen Zirkusse weiterhin nicht auftreten und haben schon öffentlich um Geld- und Futterspenden gebeten.

Auch Circus Barnum ist betroffen und mit rund 60 Tieren, darunter Kamele, Lamas, Alpakas, Ziegen, Esel, Rinder und Pferde, in Unterschleißheim gestrandet. Daher appelliert PETA nun an das Zirkusunternehmen, die Tiere dauerhaft an Lebenshöfe, zoologische Einrichtungen oder geeignete Auffangstationen abzugeben. Zudem bittet die Tierrechtsorganisation die zuständige Veterinärbehörde, die Versorgung der Tiere sicherzustellen und bei der Vermittlung zu unterstützen.

„Viele Zirkusse sind nicht in der Lage, die Tiere in Krisenzeiten ausreichend zu versorgen. Deswegen appellieren wir an betroffene Betriebe, sie nun freiwillig abzugeben und dem Vorbild tierfreier Zirkusunternehmen zu folgen. „Tiere gehören ohnehin nicht in einen Zirkus, und spätestens jetzt dürfte angesichts der prekären finanziellen Lage vieler Kleinzirkusse klar sein, dass ihnen ein weiteres Leben im Zirkus erspart bleiben muss.“ 

Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche

In Zirkusbetrieben leiden nicht nur Wildtiere unter den unnatürlichen Bedingungen – auch die Haltung von Tieren wie Kamelen, Pferden oder Ponys ist bei vielen Zirkussen mangelhaft. Immer häufiger muss PETA die Veterinärämter auffordern, die Tierschutzrichtlinien auch in Betrieben durchzusetzen, die keine Wildtiere mitführen. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Denn die Unterbringung in kleinen Gehegen und eine oftmals mangelhafte Versorgung, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Deutschland sollte in dieser Hinsicht dem Beispiel anderer Staaten folgen: So haben Griechenland, Malta und Zypern die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bereits komplett verboten.

PETA sieht Zirkusse in der Verantwortung

Erfolgreiche Zirkusgrößen beweisen, dass tierfreie Shows die Zuschauer begeistern: Circus Roncalli zum Beispiel verabschiedete sich schon in den 90er-Jahren von Wildtierdressuren, nahm 2018 auch die Pferde aus dem Programm und ist nun gänzlich tierfrei. Das Unternehmen erfährt für sein tierleidfreies Konzept und die zukunftsweisende Hologrammtechnologie weltweit Zuspruch. Auch der Moskauer Circus führte nach der Corona-Pause seine Gastspiele ohne Tiernummern fort und setzt zeitweilig ausschließlich auf menschliche Darsteller. Weitere Unternehmen – wie Flic Flac oder Cirque du Soleil – feiern ohne Tierdressuren große Erfolge und sind oft im Voraus ausgebucht.

Bei der Aufnahme von notleidenden Tieren aus Zirkusbetrieben sieht PETA auch zoologische Einrichtungen in der Verantwortung, die jedes Jahr viele Millionen Euro an Steuergeldern für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe erhalten. PETA fordert, dass Zoos die sinnlose Zucht und Zurschaustellung von Tieren beenden und stattdessen künftig ausschließlich als Auffangstationen für Tiere aus schlechter Haltung fungieren.

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