Napoleons Erben in Bayern

Das Schlossmuseum Ismaning zu Gast beim Bayerischen Rundfunk

Herzog Nicolaus von Leuchtenberg an den Gräbern der Familie
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Herzog Nicolaus von Leuchtenberg an den Gräbern der Familie auf dem Friedhof von Kloster Seeon .

Das Schlossmuseum ist im Fernsehen! Am 18. April von 14.30 bis 15.15 Uhr dreht sich im BR alles um „Napoleons Erben in Bayern – Die Herzöge von Leuchtenberg“.

Der Kunsthistoriker und Autor Dr. Bernhard Graf schildert in diesem Film das Schicksal der Herzöge von Leuchtenberg. Einst die zweitwichtigste Adelsfamilie im Königreich Bayern, waren sie lange Zeit beinahe vergessen. Dabei kann diese Familie eine überaus spannende und dramatische Geschichte vorweisen, die weit über die Grenzen Europas hinausweist. Nicht nur S.K.H. Herzog Max Emanuel in Bayern führt durch den Filmbeitrag, sondern auch das gegenwärtige Oberhaupt der Familie S. D. Herzog Nicolaus von Leuchtenberg, ein Nachkomme der russischen Leuchtenberg-Linie.

Zusammen mit Zeitzeugen, Schlosseigentümern und Wissenschaftlern berichten sie über die Wittelsbacher Stammmutter Auguste Amalie Prinzessin von Bayern, die den Vizekönig Eugène de Beauharnais, den Adoptiv- und Stiefsohn Kaiser Napoleons I., heiraten musste. Das war der Preis für die französische Waffenhilfe und der Erhebung Bayerns zum Königreich. Trotz glücklicher Ehe und sechs Kindern erlitt das Ehepaar zahlreiche Schicksalsschläge: Mit der Abdankung Napoleons verlor Eugène seine Herrschaft in Italien, wurde aber von seinem Schwiegervater König Max I. Joseph zum Herzog von Leuchtenberg und Fürsten von Eichstätt erhoben. Zu dieser Zeit kauften sie auch Schloss Ismaning als Sommerresidenz der Familie.

Die Leiterin des Schlossmuseums Dr. Christine Heinz bei der Vorstellung eines Kostümbuchs aus dem Jahr 1835.

Eugènes starb früh, trotzdem konnten seine Töchter und Söhne in die bedeutenden Herrscherhöfe einheiraten. So wurde Josephine Königin von Schweden und Norwegen, August Prinzgemahl von Portugal, Amélie Kaiserin von Brasilien und Maximilian als Gemahl der Zarentochter Maria Fürst Romanowskji. Entgegen ihres Aufstiegs verlor die Herzogsfamilie am Ende jedoch alles: die russischen Besitztümer durch die Revolution, die bayerischen Liegenschaften in München, Eichstätt, Ismaning, Stein an der Traun und Seeon durch Tod und Weltwirtschaftskrise. Heute widmet sich der Freundeskreis Leuchtenberg e.V., dem auch die Gemeinde Ismaning angehört, dem Andenken der Familie und trägt dazu bei, die Geschichte dieses Hauses lebendig zu halten.

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