„Dramatische Gestalten“

Wenn alle Begeisterung weg ist...

Das Ensemble von „Dramatische Gestalten“ bringt ein Tabuthema auf die Bühne.

Die Schriftstellerin und Regisseurin Sarah Kane wird im Jahr 1999 tot in einer Londoner Klinik aufgefunden. Sie hat den langen Kampf gegen ihre psychischen Krankheiten endgültig verloren. Aus ihren später unter dem Titel „4.48 Psychose“ veröffentlichten Notizen hat die Unterschleißheimer Theatergruppe „Dramatische Gestalten“ nun ein Stück über das Leben mit psychischen Krankheiten geschrieben. Nach ihrer Komödie „Des Bettlers Oper“, mit dem sie im vergangenen Jahr mit ausverkauften Vorstellungen mehr als 600 Zuschauer begeistern konnten, spielen sie nun ihr neues Stück „not just sad.“, unter der Regie von Alexandra Ranner und Maggi Kellermann, Mitte Januar im Jugendzentrum Gleis 1 in Lohhof. 

Ergänzt haben die Studierenden und jungen Erwachsenen, deren Gruppe aus ehemaligen Schülern der oft ausgezeichneten Theaterwerkstatt des Carl-Orff-Gymnasiums hervorgegangen ist, das Drama durch die eigenen Texte ihrer Leitung. Regisseurin Alexandra Ranner litt für die längste Zeit ihres Lebens selbst an Depressionen: „Ich lag tagelang im Bett, habe kaum noch mit jemandem gesprochen oder das Haus verlassen. Und wenn doch, dann saß ich apathisch in der Ecke, selbst an Weihnachten. Ich habe fast meinen kompletten Freundeskreis verloren. Nur meine Familie und eine Handvoll Freunde standen mir tapfer bei, wofür ich ihnen unendlich dankbar bin.“ Durch die Hilfe einer Therapeutin ist Ranner mittlerweile wieder mental gesund und stabil. In ihren eigenen Texten schildert sie nahbar ihre Erfahrungen mit der Krankheit, ihre Zweifel und Ängste, die Wut, aber auch Hoffnung.

Durch diese schwere Zeit half ihr auch die Musik der Münchner Band „Illusive Light“ mit ihrem Album „Insight“: „Das Album wurde während der schwersten Phase meiner Depression veröffentlicht, in der ich für wenige Dinge Begeisterung finde konnte. Bei „Insight“ war das anders.“. Die Lieder finden sich dank der Unterstützung der Band ausnahmslos auch im Stück wieder. Das Ziel der Dramatischen Gestalten ist, den Zuschauern einen facettenreichen Eindruck über die Gefühle und den Alltag mit einer psychischen Krankheit aufzuzeigen. Erreichen wollen sie dies, indem sie ihr Publikum auf eine Reise durch intime Gedankengänge nehmen und sich ihm bedingungslos öffnen. Einen Teil der Einnahmen werden die Schauspieler an das „Münchner Bündnis gegen Depression e. V.“ und die „Nightline München e. V.“. spenden. Karten sind online unter www.dramatische-gestalten.de sowie an der Abendkasse erhältlich.

Quelle: freising-online

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