SBZ-Treffpunkt

Ein Gefühl von Dunkelheit

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SBZ-Direktorin Hildegard Mayr moderierte die von einfühlsamer Musik begleitete Lesung der Schplerin Laura Henke (l.) an. 

Dunkelheit kann beklemmend sein. Noch dazu, wenn man sich in einer ungewohnten Umgebung befindet. Vielleicht sogar mit vielen Menschen, die man nicht kennt in einem Raum. All das traf jüngst beim Treffpunkt im Seh- und Behindertenzentrum (SBZ) zu. Deshalb war es durchaus verständlich, dass Direktorin Hildegard Mayr, bevor es los ging mit einer von einfühlsamer Musik begleiteten, ergreifenden Lesung, sagte: „Wem es zu beklemmend wird in der Dunkelheit, der kann gerne rausgehen!“

Nötig war das freilich nicht. Denn ein wenig indirekte Beleuchtung war dann doch gegeben. Gerade so viel, dass das Publikum sich einfühlen konnte, in eine Welt, die dunkel und eingetrübt ist, in eine Welt von Blinden und Sehebehinderten eben. Eine, die sich damit gut auskennt, ist SBZ-Schülerin Laura Henke. Die zog, als es noch hell war im Saal, alle Augen auf sich. Auch die der Begleitband „Trio Zahg“ die mit leisen Jazz-Tönen das Publikum auf ein Hörspiel einstimmte, das von sagenhaften und mystischen Geschichten aus der Stadt München, von einfühlsam gesprochenen, in Braille-Schrift abgelesenen Worten und von Tönen geprägt war. Die warfen unweigerlich das Kopfkino an und machten einen vergessen, wo man sich gerade befand. 

Das fühlte sich alles hoch spannend und irgendwie aufgeladen an. Eine Spannung, die sich nach der Vorstellung, als das Licht wieder anging in tosendem Applaus entlud. Ein untrügliches Zeichen, dafür, dass das Kalkül aufgegangen war und sich die rund neunzig Besucher tatsächlich ein wenig einfühlen konnten, wie es ist, wenn man wenig oder gar nichts mehr sieht. Alles nur mit dem Gehör und mit einem Schauer, der einem über den Rücken läuft aufzunehmen. Eine positive Resonanz, die sich am vergangenen Samstag, beim großen Info-Tag im SBZ noch fortsetzen sollte. Im Südturm des SBZ stellten Firmen Hilfsmittel für Sehbehinderte und Blinde aus und führten vor Ort Beratungen durch. Die Hilfsmittelausstellung war besonders gut besucht. Rege genutzt wurde auch das Angebot an einer Führung durch die Schulen, die Tagesstätte, das Internat und über einen Teil des Geländes teilzunehmen. Außerdem wurden die Selbsterfahrung unter der Simulationsbrille, sportliche Aktivitäten und viele weitere Aktionen angeboten.

Quelle: freising-online

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