„Ein freundlicher Ort“

Echi

ng (mm) · Der erste Eindruck zählt, sagt man. Pfarrer Norbert Weis hat seine künftige Wirkungsstätte in einer zufälligen ersten Begegnung als freundlich erlebt. Bis vor kurzem, so erzählt der Geistliche, habe er Eching nur als Standort eines großen Möbelhauses und ausschließlich dem Namen nach gekannt. Er war bislang Pfarrer in Neuperlach. Als ihm vorgeschlagen worden war, als katholischer Pfarrherr nach Eching zu gehen, da wollte Weis sich den Ort einmal ansehen. Es war ein düsterer, regnerischer, Februartag bei Schmuddelwetter, erinnert er sich, alles grau in grau, kein Mensch auf der Straße. Und plötzlich habe ihn unvermittelt eine Frau angesprochen: „Kann ich Ihnen helfen? Suchen Sie was?“ „Das“, sagte er, „ist doch richtig schön, ein wunderbarer erster Eindruck.“ Der 51-Jährige aus Übersee am Chiemsee wurde 1985 im Freisinger Dom von Kardinal Wetter zum Priester geweiht. Nach zwei Kaplanstationen in Fürstenfeldbruck und Ismaning wurde er 1992 Pfarrer in Neuperlach und blieb es 17 Jahre, bis die Pfarrei nun im Zuge der Diözesanreform in einer Fusion aufgegangen ist. Dieser Tage wurde er von seiner neuen Gemeinde empfangen und von Dekan Stefan Menzel installiert. Eine Woche vorher war er bereits ins Pfarrhaus gezogen und hat sich „inkognito“ am Ort umgesehen. Der Kontrast zu seiner bisherigen Wirkungsstätte könne größer nicht sein, bilanziert er: „Hier ist alles doch noch sehr bayerisch.“ Dass es in einem Ort auch funktionierende Vereine gebe, wie sie ihn bei seiner Amtseinführung empfingen, das habe er regelrecht „erst wieder lernen müssen“. „Ein freundlicher Ort“ – so wie die erste Begegnung bei jenem Spaziergang sei auch sein bisheriger Eindruck von Eching, betont er. In den ersten Wochen wolle er nun „zunächst zuschauen, alles mitmachen“ und sich so in die Gemeinde und die Pfarrei einfinden, schildert er. In seiner Amtsführung werde er als offen charakterisiert, „ich möchte ein ausgleichender Mensch sein“. Noch vor der Amtseinführung war er per Zufall dabei, als im Garten der Evangelischen Kirche zwei Rosenstöcke als Bild der Ökumene am Ort gepflanzt wurden. Ein schönes Symbol, findet der Geistliche, „das soll so weitergehen“. Weis bezeichnet sich als geschichts- und kunstinteressierten Menschen, das eigene Klavier hat er mit nach Eching gebracht. Gerne fährt er mit dem Rad oder ist in den Bergen unterwegs.

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