Ernennung zur "Fair-Trade-Town"

Die "Fairänderung" trägt Früchte

Bürgermeister Christoph Böck (r.) und Hannah Rüther (l.) sowie die Mitglieder der Steuerungsgruppe freuen sich über ihre Urkunden. Foto: Müller

Von Schülern eines Projekt-Seminars am Carl-Orff-Gymnasium ging alles aus. Zunächst wurde der Stadtrat „angesteckt“, am Ende ganz Unterschleißheim. Die Rede ist nicht von einer Krankheit, sondern von der Idee des „fairen Handels“. Rund zwei Jahre ist es her, dass das P-Seminar zu diesem Thema den Stein ins Rollen brachte. Auf die Initiative der Gymnasiasten hin beschloss der Stadtrat im Februar 2013, etwas zu „fairändern“ und sich beim bundesweit agierenden Verein Trans-Fair e.V. um die Zertifizierung zur fairen Stadt zu bewerben. Zwei Jahre engagierter Einsatz für die gute Sache folgten, nun durfte Unterschleißheim die Früchte seiner Arbeit ernten: Es erhielt die Auszeichnung „Fair-Trade-Town“.

Von Schülern eines Projekt-Seminars am Carl-Orff-Gymnasium ging alles aus. Zunächst wurde der Stadtrat „angesteckt“, am Ende ganz Unterschleißheim. Die Rede ist nicht von einer Krankheit, sondern von der Idee des „fairen Handels“. Rund zwei Jahre ist es her, dass das P-Seminar zu diesem Thema den Stein ins Rollen brachte. Auf die Initiative der Gymnasiasten hin beschloss der Stadtrat im Februar 2013, etwas zu „fairändern“ und sich beim bundesweit agierenden Verein Trans-Fair e.V. um die Zertifizierung zur fairen Stadt zu bewerben. Zwei Jahre engagierter Einsatz für die gute Sache folgten, nun durfte Unterschleißheim die Früchte seiner Arbeit ernten: Es erhielt die Auszeichnung „Fair-Trade-Town“. Eine große Ehre, mit der sich die kleine Stadt im Münchner Norden hinter Paris, London oder auch New York einreiht, wie Bürgermeister Christoph Böck auf der Zertifizierungsfeier augenzwinkernd bemerkte. Die Auszeichnung sei aber nicht nur eine Ehre, sondern solle auch Ansporn sein, den Gedanken der Fairness weiterzutragen und mit Leben zu erfüllen. Fairer Handel steht für die Einhaltung von Menschenrechten, das Verbot von Kinderarbeit und den Erhalt ökologischer Nachhaltigkeit. Er trägt dazu bei, die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern, aus denen die Produkte kommen, zu verbessern. Jeder kann seinen Beitrag zu einer gerechteren Welt leisten, so der Bürgermeister. Dazu bedarf es zunächst offener Augen - eines wachen Blicks auf unser Konsumverhalten und die schlimmen Auswirkungen, die sich hieraus für den globalen Süden ergeben können. Denn die Produzenten fristen ein menschenunwürdiges Dasein und haben mit Klimakatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren zu kämpfen. „Die Ausbeutung unterstützen wir bereits mit der ersten Tasse Kaffee am Morgen“, gab Böck zu bedenken. Des Weiteren braucht es offene Ohren, speziell für die Ideen der jungen Generation. Denn ohne die Initiative des Carl-Orff-Gymnasiums wäre die Ernennung nie zustande gekommen. Dritte Voraussetzung ist der Wille, etwas zu verändern. „Just do it“, forderte der Bürgermeister. „Das heißt, wir müssen uns manchmal einen Ruck geben, im Prinzip ist es aber nicht schwer und verlangt nicht viel, fairen Handel zu unterstützen.“ Schließlich seien die Produkte, wie Kaffee, Schokolade oder Kekse, zum Großteil sehr bekömmlich. Er dankte insbesondere der seit 2013 existierenden Fair-Trade-Steuerungsgruppe, durch deren tatkräftigen Einsatz es möglich war, alle Kriterien für die Zertifizierung zu erfüllen. Als Mitglied dieser Gruppe sprach Pfarrerin Karin Kittlaus, die berichtete, dass sie in Simbabwe erstmals mit der Fair-Trade-Idee in Kontakt gekommen sei. „Willst du Gerechtigkeit, so wecke in den Menschen die Sehnsucht nach einer besseren Welt“, zitierte sie. Diese Sehnsucht nach fairen Produkten sei in Unterschleißheim stark zu spüren und habe zudem eine lange Tradition: Kittlaus erinnerte daran, dass der Eine-Welt-Laden der Pfarrei St. Ulrich schon 25 Jahre alt ist. Hannah Rüther, Botschafterin des Vereins Trans-Fair e.V., wartete mit erschreckenden Zahlen auf. So gibt jeder Deutsche im Schnitt nur acht Euro jährlich für faire Produkte aus. Trotzdem sei das Wachstum steil. „Das Bewusstsein ist da“, sagte sie. „Aber die absoluten Zahlen sind ein bisschen mager.“ Was in Unterschleißheim erfreulich stark nachgefragt werde, seien fair gehandelte Rosen. Diese haben auch den Vorteil, dass sie länger halten und besser duften, fügte Rüther hinzu. Im Anschluss überreichte sie Böck und den Mitgliedern der Steuerungsgruppe feierlich die Urkunden. „Sie alle haben diesen Titel wirklich verdient“, betonte sie. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von einer afrikanischen Trommlergruppe, die den Saal mit schwungvollen Rhythmen belebte.

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