Andern helfen und die Freude teilen

NBH sucht Familienpaten

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Familienpate Christian Keller und Projektkoordinatorin Simone Baade verstehen sich sichtlich gut miteinander. 

„Ich mache ganz viel nichts. Meine Frau arbeitet noch, daher stört sie das nicht“, freut sich Christian. Menschen, wie Christian, braucht es im Familienzentrum. Menschen, die Zeit haben. Menschen, die sich Zeit für andere nehmen. Als der 68-jährige Bauingenieur in Rente ging, war seiner Tochter sofort klar: „Papa, du musst dich in deiner neu gewonnenen Freizeit mit Kindern oder Jugendlichen beschäftigen.“ Schon in früheren Zeiten war Christian als Jugendtrainer in der Leichtathletik sehr beliebt. Und so stand für die angehende Förderlehrerin fest, dass ihr Vater ein bisschen mehr als nichts in seinem Ruhestand tun sollte. Zunächst überzeugte sie ihn von einer Mathematikpatenschaft an der Johann-Schmidt-Schule.

Dann fiel ihm die Pressemeldung über das Projekt der Familienpaten in die Hände. „Das Konzept hat mir auf Anhieb gefallen“, erinnert er sich. Familienpate was ist das? Familienpaten kommen in Kontakt mit jungen Familien in Unterschleißheim und bringen dadurch neuen Schwung in ihr Leben. Sie unterstützen bei der Bewältigung des komplexen Familienalltags. Vertraglich vereinbart umfasst die ehrenamtliche Tätigkeit maximal drei Stunden pro Woche. In dieser Zeit können die Familienpaten mit den Kindern beispielsweise auf den Spielplatz oder in die Bibliothek gehen. Tag und Uhrzeit werden individuell miteinander abgestimmt. Mittlerweile kommt Christian Kellermann bereits in der zweiten Familie zum Einsatz. „Auch heute habe ich noch Kontakt zu den Kindern aus dem ersten Patenschafts-Jahr. Zum Beispiel hole ich den Jungen manchmal von der Schule ab“, freut sich Christian und erzählt, wie er das erste Mal mit dem wissbegierigem Kind im Planetarium war. 

„Da ich wusste, dass der Sechsjährige sich intensiv für unser Sonnensystem interessiert, haben wir uns einen Film über die Schwerkraft angesehen und sind danach durch die Ausstellung gelaufen. Da kam er endlich an die Grenze seines Wissens. Mit dem Satz: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten, konnte ich ihn nicht beeindrucken“, erinnert sich Keller und fügt an: „Außerdem wusste er natürlich auch, dass Pluto nicht mehr dazu gehört.“ Auf die Individualität der einzelnen Kinder eingehen, das ist eines der Ziele, die in den Fortbildungen für die angehenden Familienpaten vermittelt werden. „Viele Paten bringen bereits einiges an Lebenserfahrung mit“, weiß Simone Baade, Projektkoordinatorin der Familienpaten in Unterschleißheim. „Dennoch werden im Vorfeld alle Teilnehmer geschult und auf ihre Einsätze vorbereitet.“ 

Die nächste Schulung startet an dem Wochenende vom 14./15. Februar. „Wer Interesse hat, darf sich gern bei uns melden.“ stellt Baade klar. Es sind nicht nur die fachlichen Inhalte, die Sicherheit vermitteln, sondern auch der Austausch mit anderen angehenden Familienpaten. Im weiteren Verlauf treffen sich die Paten einmal im Monat in lockerer Atmosphäre, um sich auszutauschen. In den Gesprächen wird klar, dass jede Familie ganz individuelle Wünsche und Bedürfnisse hat. „Das Schöne ist ja gerade, dass uns keine Bildungs- oder Erziehungsziele auferlegt werden, sondern die Familien bestimmen, was sie zulassen“, erklärt Baade. Was das Beste an der Arbeit als Familienpate ist, verrät Keller: „Im Kopf werden Dinge freigelegt, die längst in Vergessenheit geraten waren. Ich erinnere mich wieder lebhaft an die Zeit, als meine Kinder klein waren. Ich weiß, wie anstrengend der Spagat zwischen Beruf und Familie sein kann. Ich kann jetzt mit mehr Gelassenheit auf die Kinder eingehen und habe persönlich sehr viel Freude an meinem Ehrenamt.“

Quelle: freising-online

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