Erfahrungsbericht

Vom Glück der Familienpaten

Conny Engelhardt mit ihren beiden Kindern.

Conny Engelhardt aus Unterschleißheim erfuhr vor einem halben Jahr, was es mit den „Familienpaten“ bei der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim auf sich hat. Jetzt gibt sie einen ersten Erfahrungsbericht ab.

Alles begann mit einem Zeitungsbericht, wie diesem hier: Conny Engelhardt aus Unterschleißheim erfuhr vor einem halben Jahr aus der regionalen Presse, was es mit den „Familienpaten“ bei der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim auf sich hat. Schon seit November 2014 nimmt das Familienzentrum der NBH an diesem bayernweiten Projekt teil. Das Ziel lautet wie folgt: Menschen, die Freude am Ehrenamt haben, kommen in Kontakt mit Familien, die Unterstützung bei der Bewältigung des komplexen Familienalltags benötigen. Conny suchte schon längst nach einer Möglichkeit, sich persönlich zu engagieren. Genauer gesagt, möchte sie anderen Menschen das zurückgeben, was sie in ihrer eigenen Familie so positiv erfährt. Mit zwei Kindern weiß sie, wie wichtig es ist, ab und zu Unterstützung zu erhalten. Ihre Mutter hilft ihr, wo sie nur kann. Inzwischen gehen ihre Kinder vormittags in den Kinderpark der NBH – die gewonnene Zeit möchte Conny mit anderen Familien teilen. „Ich habe gleich zum Telefon gegriffen und die Nummer des Familienzentrums gewählt. In dem freundlichen Gespräch erfuhr ich viel über die Arbeit der Familienpaten. Zum Beispiel wusste ich gar nicht, dass es eine Schulung gibt, mit der man auf die Familienpatenschaft vorbereitet wird. Das fand ich total spannend.“ Die Schulung vermittelt nicht nur pädagogische oder psychologische Grundlagen im Umgang mit Kindern und Familien, sondern sie dient auch dazu, sich selbst und die anderen Familienpaten besser kennen zu lernen. „Der Austausch ist uns sehr wichtig“, sagt Projekt-Koordinatorin Simone Baade. „Die Familienpaten können sich gegenseitig Anregungen und Ideen geben. Einmal im Monat organisieren wir im Familienzentrum ein gemeinsames Treffen.“ Conny steckt inzwischen schon mittendrin. „Nach der Schulung habe ich gemeinsam mit der Koordinatorin meine Familie besucht. Die erste Begegnung war sehr herzlich“, erzählt Conny begeistert. Sie wusste bereits, dass es um die Betreuung von zwei Kindern im Alter von zwei und drei Jahren geht, die noch einmal ein Zwillingsgeschwisterpärchen dazu bekommen haben. Drei Stunden in der Woche begleitet Conny die Mutter nun in ihrem Alltag und hilft, wo Hilfe benötigt wird. „Entweder ich spiele mit den Großen, gehe beispielsweise mit ihnen auf den Spielplatz oder ich halte einfach die Zwillinge in den Armen. Das ergibt sich meist spontan.“ Und das Beste ist: Connys eigene Kinder profitieren von den neuen Erfahrungen ihrer Mutter. „Seitdem ich mich mit anderen Kindern auseinandersetze, habe ich plötzlich eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Mit einem fremden Kind geht man oft unbefangener und unkomplizierter um. Das hilft mir dabei, meine eigenen Kinder nicht so streng zu beurteilen. Ich habe erst durch die Familienpatenschaft verstanden, dass sich hinter jedem quengelnden Kind nur ein Kind mit liebevollen Bedürfnissen verbirgt.“ Conny freut sich auf ein spannendes Jahr mit ihrer Familie und genießt den regelmäßigen Austausch von Mutter zu Mutter. „Ich finde es toll, dass ich was bewirken kann. Die Wertschätzung ist sehr hoch.“ Projekt-Verantwortliche Simone Baade berichtet, dass die Nachfrage nach Familienpaten zunehmend steigt. „Wir würden uns freuen, wenn es noch mehr Paten gäbe. Für beide Seiten ist es ein Gewinn. Besonders ältere Menschen freuen sich über Familienanschluss und können ihre Erfahrung jungen Familien zu Gute kommen lassen.“ Kontaktaufnahme gern unter Telefon 089/37073581, immer mittwochs von neun bis zwölf Uhr. Oder per E-Mail an sbaade@familienzentrum-ush.de

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