Integrationsbeirat neu konstruiert Fünf bunte Finger für mehr Toleranz

Garching: Integrationsbeirat neu formiert - Neun neue Gesichter im Gremium

Der Integrationsbeirat in seiner neuen Zusammensetzung.
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Der Integrationsbeirat in seiner neuen Zusammensetzung.

Der Garchinger Integrationsbeirat hat sich neu formiert. Sechs neue Gesichter gehören dem 19-köpfigen Gremium an, die jüngste ist die 25-jährige Fatema Amiri.

Rund ein Drittel der Garchinger sind Ausländer. Jeder mit einem anderen sozio-kulturellen Hintergrund, unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und auch Weltanschauung. Sie sollen sich dazugehörig fühlen und Spaß an einer bunten Gemeinschaft haben, ohne Konflikte miteinander leben.

Garchinger Integration: Alle Mitglieder sind selbst „bunt“

Das Logo des Garchinger Integrationsbeirats ist eine Hand mit fünf bunten Fingern. Sie stehen für ein tolerantes Miteinander und Verständnis zwischen den Kulturen. Harmonisch soll es in Garching zugehen, dabei will der Garchinger Integrationsbeirat mit praktischen Hilfestellungen unterstützen. Die Mitglieder sind selbst „bunt“, sprechen neben den gängigen europäischen Sprachen auch Exotisches wie Arabisch, Afghanisch oder Chinesisch.

Nun hat sich der Integrationsbeirat neu formiert, sechs neue Gesichter sind als Beiräte oder Beisitzer in dem 19-köpfigen Gremium vertreten. Zwölf Nationen sind im Beirat, Isbah Zainab Farid (25) aus Pakistan und Fatema Amiri (24) aus Afghanistan sind zwei der Neuen. Farid wird die Betreuung der Website übernehmen, sie lebt seit 17 Jahren in Garching, studiert Geographie und Biologie an der LMU München.

Garchinger Integration: „Es geht nicht um den Kampf der Kulturen“

„Im Sommer trage ich keine kurzen Sachen und gehe auch nicht mit Bikini zum Baden“, sagt Farid. Da merken dann die anderen, dass sie eben keine deutsche junge Frau ist. Amiri trägt ein Kopftuch. „Da merke ich schon, dass mich die Leute anders ansehen. Meist nicht unangenehm, es fällt halt immer noch auf“, sagt die Afghanin, die vor zweieinhalb Jahren mit ihren kleinen Söhnen nach Garching kam. Sie hat oft das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, wieso sie „anders“ sei.

„Es geht dem Integrationsbeirat um Lebenshilfe und nicht um den Kampf der Kulturen“, sagt der Vorsitzende Claudio Cumani. Das Ziel, das sich der Beirat gesteckt hat, ist die Entwicklung eines Integrationskonzepts, an dessen Entwicklung alle Akteure der Stadt beteiligt sind. Dies müsse auch ein präventives Konfliktmanagement beinhalten, damit Auseinandersetzungen, wie jüngst zwischen den beiden Garchinger Sportvereinen gar nicht entstehen.

Garchinger Integration: Mitwirken ist stets möglich

Darüber hinaus sucht der Integrationsbeirat die Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen, Behörden sowie den Kirchen, setzt aber auch eigene Duftmarken, wie das Fest der Vielfalt, das Fastenbrechen oder auch christliche Adventsfeiern. „Das neue Familienzentrum“, das laut Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) zum Jahreswechsel fertig sein wird, „steht ihnen als offenes Haus für alle Veranstaltungen offen.“

Dem Beirat als Sprachrohr für alle Bürger habe es die Gemeinde laut Gruchmann zu verdanken, dass „wir eine so bunte Gesellschaft haben, die friedlich miteinander auskommt.“ Die neue Homepage der Stadt ist in acht Sprachen abrufbar, „auch wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, so Gruchmann. Wer beim Integrationsbeirat mitwirken oder sich informieren möchte, kann dies über die email-Adresse kontakt@integrationsbeirat-garching.de tun.

Bert Brosch

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