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Geothermie: Jetzt geht's in die Breite

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Bürgermeister Michael Sedlmair beim Spatenstich. Foto: Funk
Bürgermeister Michael Sedlmair beim Spatenstich. Foto: Funk

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ergangenen Montag setzte Ismanings Bürgermeister Michael Sedlmair den ersten Spatenstich für den Ausbau des Fernwärmenetzes für die Geothermie und damit den Startschuss für Bauarbeiten, die „wenn es schnell geht, in etwa zehn Jahren beendet sind“. Rund 45 Millionen Euro und damit etwa zwei Drittel der Gesamtkosten von rund 70 Millionen Euro werden die Baukosten betragen. Ein Preis, den die Gemeinde für ihr „ehrgeiziges und zukunftsträchtiges Projekt“ gerne bezahlt. 14 Monate nach der Beschlussfassung und nur fünf Wochen nach dem Bohrbeginn konnte am Montag der nächste Schritt der flächendeckenden Geothermie-Versorgung für Ismaning gegangen werden: Bürgermeister Michael Sedlmair setzte den ersten Spatenstich für den Ausbau des Fernwärmenetzes. In den kommenden Jahren soll das Netz auf rund 90 Kilometer ausgebaut werden; heuer stehen bereits sieben Kilometer Fernwärmenetz auf dem Programm. „Für einige Jahre werden wir Zug um Zug die Straßen aufreißen müssen und im Rahmen dieser Arbeiten wird es zu Sperrungen, Umleitungen und Behinderungen kommen, wie sie jede Baustelle mit sich bringt“, weiß Michael Sedlmair. Doch wenn diese Baustellen der Vergangenheit angehören, werde der Großteil der Ismaninger Wärmeversorgung weitgehend CO2-frei, ohne Verbrennung fossiler Rohstoffe und unabhängig von Großkonzernen aus dem Ausland sein. „Ich denke, das ist eine erfreuliche Perspektive, für die es sich lohnt, hart zu arbeiten und auch die eine oder andere Unannehmlichkeit auf sich zu nehmen.“ Zudem wird in Ismaning mit den Fernwärmeleitungen auch Glasfaserkabel für ein schnelles Datennetz verlegt und „nach dem Ende der jeweiligen Bauarbeiten werden wir auch viele neu hergestellte Straßenoberflächen haben“, warb Sedlmair und fügte hinzu: „Ein eigenes Verteilnetz ist vor allem für eine langfristige, nachhaltige Energieversorgung unserer Gemeinde wichtig. Schließlich erlaubt es uns, Wärmeenergie – gleich aus welcher Quelle – in eigener Regie an unseree Bürger und Betriebe zu verteilen. Sollte also die Geothermie einmal durch eine andere Energiequelle ergänzt werden oder in einigen Jahrzehnten vielleicht eine Quelle zur Verfügung stehen, die wir jetzt noch gar nicht kennen: Mit einem eigenen Fernwärmenetz haben wir dann das wichtigste Mittel zu deren Verteilung bereits in der Hand. Wir machen die Energiewende selbst auch noch zukunftssicher!“ Während des Baus des Fernwärmenetzes ruht der Bohrmeißel an der Mayerbacherstraße nicht: 2158 Meter Bohrstrecke hat er bereits zurückgelegt.

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