Großübung der DLRG Oberschleißheim

„Bitte helfen Sie mir“

Fertig machen zum Taucheinsatz: Bei einer Übung „Vermisstensuche“ war die DLRG aus Oberschleißheim mit zwei anderen Ortsgruppen stundenlang im Einsatz bei widrigen Umständen.

Was die DLRG in Oberschleißheim am Wochenende geübt hat war so entsetzlich wie realistisch: Eine Frau rief verzweifelt bei der Leitstelle an, weil sie den Abschiedsbrief ihres Mannes gefunden hat, der darin ankündigt, seinem Leben an seinem Lieblingssee ein Ende setzen zu wollen. Was dann folgte forderte von den Übungsteilnehmern das Letzte: Erstens war es Samstag, 18 Uhr, also bereits dunkel. Zweitens war es durch einen scharfen Ostwind ungemütlich kalt, das Wasser hatte gerade mal acht Grad. Drittens übten die Freiwilligen auch noch an einem für sie völlig unbekannten Gewässer, nämlich am „Thenner See“ in Wartenberg (Kreis Erding). Die gastgebende Ortsgruppe tat viertens alles, um die Übung nicht zu leicht werden zu lassen. Sie hatte eine Puppe an einem nicht leicht zugänglichen Uferabschnitt versenkt, und die galt es nun, zu finden. Geübt haben die Oberschleißheimer zusammen mit der Gruppe „München Mitte“, die als Ausrichter galt und auch die Einsatzleitung stellte. Und alles ging auf Zeit, wie bei einem richtigen Notfalleinsatz. Vor allem, dass es mal ein unbekanntes Gewässer war, machte den Lerneffekt der Übung aus. Die Gastgeber hatten nicht nur für die erforderlichen Genehmigungen beim Landratsamt gesorgt, die Fischer informiert, sondern auch sicher gestellt, dass es hernach auch etwas Warmes zu essen gab.

Vorher aber musste die vermisste Person gefunden werden, und zwar schnell. Licht gab es keins, das musste erst mal aufgebaut werden. Fußstreifen suchten das Ufer ab und machten bald eine grausige Entdeckung: Auf dem Wasser treibende Kleidungsstücke. Taucher mussten sich fertig machen, zwei Boote wurden zu Wasser gelassen. Lichtmasten wurden aufgebaut, Generatoren in Betrieb genommen. Es wurde eine gespenstische Szene, und immer begleitet von der bangen Frage ob die Wasserretter schnell genug sein würden. Sie haben es geschafft. Jürgen Hartmann, Kreisvorsitzender der DLRG in Erding und Cheforganisator der Übung, berichtete dem FORUM hernach sehr zufrieden, dass die „Person“ dem Rettungsdienst habe übergeben werden können.

Die Übung zeigte den gewaltigen Aufwand, den eine solche Einsatzmeldung „Vermisstensuche“ auslösen kann: 27 Freiwillige waren insgesamt im Einsatz mit fünf Fahrzeugen und zwei Booten. Zu allem Überfluss war da noch die völlig aufgelöste „Ehefrau“, die allein dadurch, dass sie psychisch-medizinisch betreut werden musste, Personal gebunden hat. Gegen 20.45 Uhr konnten die Freiwilligen ihre Ausrüstung wieder in die Fahrzeuge verstauen und sich daran erinnern, dass die Wachstation der Kameraden aus dem Kreis Erding eine Heizung hat. Alles was dann folgte lässt sich unter „Kameradschaftspflege“ zusammenfassen, und die darf nach einer solchen Übung auch sein.

Quelle: freising-online

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