Positive Bilanz trotz Krise?

Helferkreis Asyl: Corona bereitet einige Probleme

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In der vom HK Asyl betreuten Unterkunft herrscht nach wie vor reger Betrieb. Es sind dort auch viele Kinder untergebracht. 

Der örtliche Helferkreis Asyl (kurz: HK) blickt auf fünf Jahre erfolgreiche Integrationsarbeit zurück. Eigentlich, denn nach dem Lockdown fürchtet man jetzt um Lern- und Integrationserfolge - vor allem bei Schulkindern.

Oberschleißheim- Das trübt die Stimmung bei den HK-Verantwortlichen, wie sie jetzt mitteilten. Die Bilanz nach fünf Jahren fällt dennoch positiv aus. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger haben seit 2015 den Helferkreis ununterbrochen oder zeitweise unterstützt. Das Sommerfest, das sie zum fünfjährigen Bestehen in der Flüchtlingsunterkunft mit zahlreichen Gästen am 20. Juni mit der Band „Ratatouille“ feiern wollten, kann aus naheliegenden Gründen jetzt leider nicht stattfinden.

Es soll aber bis spätestens Sommer 2021 nachgeholt werden. In einem vierseitigen Paper zieht der Helferkreis Bilanz über seine Arbeit für aktuell rund 170 Geflüchtete, darunter vierzig Kinder. Hilfe für den Alltag ist trotz guter Sprachkenntnisse weiterhin gefragt, außer Sprachunterricht und Hausaufgabenbetreuung haben viele Geflüchtete bis zum Lockdown gemeinsames Reparieren in der Radwerkstatt und Begleitung zu Arztpraxen und Behörden in Anspruch genommen. „Am Anfang standen die öffentlichen Stellen stark unter Druck“, resümieren Peter Lemmen und Joachim Dähler, die Koordinatoren des Helferkreises seit 2015. 

„Der Helferkreis hat deshalb viele Aufgaben zusätzlich übernommen und pragmatisch gelöst, welche heute von Caritas - mit eigener Sozialarbeit in der Unterkunft - sowie dem Landratsamt wahrgenommen werden.“ Weil die Helferinnen und Helfer immer vor Ort waren, konnten sie viele Probleme besonders schnell, flexibel und unbürokratisch lösen. Mit Beginn des Lockdown am 16.03. hat die Regierung von Oberbayern Besuche in der Flüchtlingsunterkunft untersagt. Das Verbot ist bis heute nicht vollständig aufgehoben. Gegenwärtig hält der Helferkreis Kontakt mit den Geflüchteten per Handy und WhatsApp. Vor allem Erwachsene und Kinder, die an Sprachunterricht bzw. Hausaufgabenbetreuung teilnehmen, nutzen diese Angebote. 

Die Berglwaldschule hat solche Anstrengungen mit Hausaufgaben und Arbeitsblättern unterstützt. Obwohl die Flüchtlingsunterkunft seit kurzem mit WLAN versorgt wird, stößt Homeschooling schnell auf Grenzen, weil viele junge Bewohner die Aufgaben ausschließlich mit dem Handy bearbeiten können und keinen Zugang zu PCs und Drucker des Helferkreises haben. Auch die räumliche Enge macht das Lernen sehr schwer, der Helferkreis fürchtet um bisherige Lern- und Integrationserfolge, wenn die Kontaktsperren noch länger anhalten.

Weil die weitaus meisten anerkannten Geflüchteten auf dem Münchner Mietwohnungsmarkt keine erschwingliche Immobilie finden, werden sie als „Fehlbeleger“ vorerst bleiben. Die Geflüchteten selbst zeigen immer wieder, dass sie die Integration ausdrücklich wünschen. Einige haben einen Cricketverein gegründet und wollen diese Sportart auch in Deutschland populär machen. Kontakt: asylhelfer-in-OSH@outlook.de

Quelle: freising-online

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