Das wird wohl nichts

Am Hollerner See: Viele Pläne sind geplatzt

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Der Hollerner See hat viele Begehrlichkeiten geweckt bei Investoren und Planern. So wie es aussieht, hat sich das meiste davon als Luftnummer herausstellt. Sehr zur Freude der Umweltschützer.

Die Umweltschützer und die, denen Grünflächen und Badebuchten bei weitem genug sind, dürften sich wohl freuen. Denn im Grunde bleibt am Hollerner See, zweifelsohne eines der wenigen Naherholungsgebiete im Münchner Norden, ein Teil reicht ja sogar bis nach Oberschleißheim, so ziemlich alles, wie es war. Weitestgehend ausgebootet und auf der Strecke geblieben sind dagegen all jene, die mehr wollten. 

Eching- Mehr erleben, mehr Freizeitangebote und mehr in Richtung Abenteuer am See. So mancher fühlte sich gar an Bade-Oasen und Erlebnis-Welten wie der Therme in Erding erinnert, bei den teilweise hochtrabenden Plänen, die man zwischenzeitlich angedacht hatte. Dass es anders gekommen ist, ist kein Einzelfall. Auch andernorts ist man mit allzu ehrgeizigen Plänen an Badeseen schon gescheitert. Als eines der Beispiele ist hier wohl die Stadt Moosburg bei Freising zu nennen, die mit einem Badesee einst auch hoch hinaus wollte und jetzt zurückgerudert ist. 

Hollerner See: Baden, sonst nichts

Friedrich Schillers geflügeltes Wort „Es lächelt der See, er ladet zum Bade“ bekommt am Hollerner See eine besondere Bedeutung: Der Hollerner See tut das nämlich, und sonst eben nichts. Dabei wird es nach Lage der Dinge jetzt auch wirklich bleiben. Und es gab doch so große Pläne! Die sind allerdings nach und nach alle eingedampft worden. Bis auf die Idee, die sanitären Anlagen zu ergänzen. 

Der Erholungsflächenverein, der die größten Teile des riesigen Naherholungsgebietes unter seinen Fittichen hat, zieht seine Politik voll durch: Baden, baden und sonst nichts. Sei das nun der größte Erholungsstrand weit und breit, oder die stille Bucht an einer anderen Ecke, wo auch schon mal der eine oder die andere hüllenlos ins Wasser hüpft. Die Umweltschützer feiern sich selbst: Die größten Projekte seien verhindert, jubeln sie und nehmen den Hollerner See inzwischen auch als Beispiel für andere Bereiche, die tatsächlich eine gewaltige Ähnlichkeit aufweisen:

Der Aquapark in Moosburg (Kreis Freising) ist ebenfalls ein See, der schon die Begehrlichkeiten von Investoren geweckt hat. Beiden Gewässern ist gemeinsam, dass – bisher zumindest – aus alledem nichts geworden ist. Und doch gibt es einen gewaltigen Unterschied: Für die vielen Planungen sind in Eching am Hollerner See bereits sechsstellige Beträge ausgegeben worden, während fünfundreißig Autominuten davon entfernt private Investoren ihr Geld zwar nicht in den Sand, wohl aber in den Kies gesetzt haben. 

Baden erlaubt, aber sonst haben sich die hehren Pläne weitestgehend in Luft aufgelöst. Sehr zur Freude der Umweltschützer. Jetzt ist noch eine Surf-Anlage am Hollerner See im Gespräch. Ob die aber durchsetzbar ist, steht noch in den Sternen. Andernorts, etwa in Moosburg bei Freising ist man auch damit kläglich gescheitert. 

Der Versuch, der Therme Erding etwas entgegen zu setzen, ist in Eching genau so gescheitert wie der Bau einer „Seesauna“. Einen Ideenwettbewerb hat es gegeben, „Bürgerworkshops“ hat es geben sollen – nichts davon wurde umgesetzt. Drei Planungsbüros waren engagiert. Drei Viertel der Uferlänge hat der Erholungsflächenverein zu verwalten, und der hatte schon vor Jahren klar gestellt, dass eigentlich das Ziel sei, alles so zu lassen, wie es ist. Gut: Es gibt eine gewisse Infrastruktur: Kiosk, Toilettenanlagen, und – ganz wichtig! – eine Rettungsstation der Wasserwacht. 

Und wo sich die Planer ausgetobt, Ökologen aufgeregt und Kommunalpolitiker aufgerieben haben, wird über alle diese Dinge buchstäblich Gras wachsen: Grünfläche plus Radweg, Ende. „Das hätte man auch billiger haben können“, unken schon etliche, zumal dies irgendwie absehbar war: Gehören tut die Fläche nämlich der Nachbargemeinde Oberschleißheim, und wenn die nicht will, können alle planen was sie wollen. Wenn schon nichts am See selbst geht, geht vielleicht ein riesiges künstliches Wasserbecken daneben? Eine Surf-Anlage ist angedacht, diesmal – wie übrigens schon in Moosburg – von einem Privatinvestor. Aber auch der könnte noch scheitern. 

Dann nämlich, wenn wie in Moosburg geschehen, auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Läuft das als „Erholungseinrichtung“ könnte da vielleicht was draus werden, so der aktuelle Stand. Handelt es sich hingegen um eine gewerbliche Nutzung, könnte sich auch dieser eigentlich gut gemeinte Plan ganz schnell in Luft auflösen. Dann hätten Umweltschützer und vielleicht auch die Natur gewonnen.

Quelle: freising-online

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