Integrationsausflug ins Wasmeier-Museum

„Kühe melken kenne ich aus meiner Heimat“

Interkultureller Hüttenzauber im Wasmeier-Museum. 

Sie wollte unbedingt Kühe sehen! Die Eltern von Qudsia waren in Afghanistan Bauern, hatten viele Tiere auf ihren Feldern, und mussten alles aufgeben, als die Taliban kamen.Jetzt ist Qudsia ins Wasmeier-Museum am Schliersee gefahren.

Mit weiteren 43 Kindern und Erwachsenen, von eins bis achtzig Jahren, aus vielen verschiedenen Nationen. Es waren Deutsche, Österreicher, Italiener, Holländer, Rumänen, Moldauer, Iraner, Afghanen, Syrer, Äthiopier, Kongolesen, Senegalesen und Mauritier darunter. 

Seit 2012 organisiert der Integrationsbeirat zusammen mit dem Alpenverein und dem Bund Naturschutz Garching jährlich einen Integrationsausflug. Diesmal ging es also ins Wasmeier-Museum. Die Kinder stellten aus Rahm streichfeste Butter her und verfeinerten diese anschließend mit frisch geernteten Kräutern aus dem nahegeiegenen Bauerngarten.

Für die junge Fatima aus Afghanistan und viele andere war es das erste Mal, dass sie Butter selbst machten. Es folgte ein großes gemeinsames Picknick mit internationalen Spezialitäten aus den Heimatländern. Gut gestärkt galt es dann, die historischen Bauernhöfe zu begehen. Wie erstaunt waren die Geflüchteten, das frühere einfache Leben auf dem Lande zu sehen: das Kochen am offenen Feuer, die Speisen auf einem großen Teller für die ganze Familie serviert, der selbst geschnitzte Löffel zum Essen oder die klobigen Holzschuhe für den Alltag, die Kupfer-Wärmflasche für das Bett oder die Holzkarren für die Heuernte. Ghirmay aus Äthiopien, erkannte viele Objekte, die in seinem Land immer noch genutzt werden: „Hier in Deutschland ist die Technik sehr fortgeschritten und diese Objekte werden im Museum ausgestellt, während sie bei uns noch täglich benutzt werden“, stellte Ghirmay fest. Jeder hatte so sein ganz persönliches Erlebnis. 

Auf einem Ausflug lernt man sich anders kennen: Man sitzt auf der Wiese, lässt die Blicke schweifen, sieht den Kräutergarten, die Hühner und Gänse. Man spielt zusammen und kommt so ganz schnell ins Gespräch. Die Gruppe bedankte sich ganz herzlich bei Daniela, Petra und Sara, die den Ausflug organisiert hatten. Und bei Klaus für das Buttermachen und allen Mitarbeitern des Wasmeier-Museums. Sie haben die interkulturelle Gruppe wohlwollend aufgenommen, eine Traktorfahrt ermöglicht und die nicht enden wollenden Fragen geduldig beantwortet. Der Ausflug war dank einer großzügigen Spende von der leidenschaftlichen Bergsteigerin Karen und von dem Preisgeld des Integrationspreises, den der Integrationsbeirat der Stadt Garching gewonnen hatte, möglich.

Quelle: freising-online

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