„Wir sind schon längst klimaneutral“

Ismaning: Bürgermeister Dr. Alexander Greulich sieht Gemeinde in der Vorbildrolle für den Klimaschutz

Bürgermeister Alexander Greulich steht an einem Fluss
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Bürgermeister Dr. Alexander Greulich ist stolz auf die herrliche Natur in Ismaning.

Corona und alle seine Begleiterscheinungen vom Lockdown bis zum Impfstoff haben den Klimaschutz überschattet.

Die Klimaerwärmung geht trotz Pandemie unaufhörlich weiter, allenfalls vermindern weltweite Lockdowns noch größere Steigerungen beim Kohlendioxid-Ausstoß. In der Gemeinde Ismaning läuft die Klimaschutzoffensive seit Jahren auf Hochtouren und Bürgermeister Dr. Alexander Greulich sagt deutlich, dass dieser Weg für ihn alternativlos ist. Dem Bürgermeister ist natürlich auch aufgefallen, dass der Klimaschutz etwas aus der Öffentlichkeit verschwunden ist, „nicht aber bei uns in der Gemeinde Ismaning“.

Ismaning: Seit einem Jahr eine Klimaschutzgemeinde

Vor rund einem Jahr hat sich der Gemeinderat zur Klimaschutzgemeinde erklärt und damit selbst verpflichtet, künftig konsequent klimafreundlich handeln zu wollen. Darauf habe die Verwaltung fortwährend bei größeren Projekten hingewiesen. Dementsprechend handele man bei Planungen und Bauvorhaben wie der Teilsanierung mit Erweiterung der Kindertagesstätte Dorfstraße konsequent in diese Richtung.

Die Verwaltung hat Richtlinien für die klimafreundliche Gemeinde erarbeitet und handelt bereits danach. In den Gesprächen mit Bürgern fällt dem Bürgermeister immer wieder auf, dass kaum einer einen Überblick darüber hat, was die Gemeinde alles für die Umwelt und den Klimaschutz unternimmt. Selbst langjährige Gemeinderäte sind von manchen laufenden Maßnahmen und ihrem Ausmaß immer wieder überrascht.

„Wir sind schon längst klimaneutral“, sagt Dr. Alexander Greulich. Allein mit den Beteiligungen an den Inn-Wasserkraftwerken engagiere man sich in einem außerordentlich großen Umfang von 22,5 Millionen kWh im Bereich der Gewinnung von Ökostrom und decke damit bei weitem den Bedarf der Gemeinde und Gemeindewerke von rund 3,8 Mio. kWh ab. Hinzu kommen Beteiligung an mehreren Windparks. Aber auch in Ismaning wird viel getan.

Das reicht von der Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Technik bis hin zur kurzfristigen Pflanzung weiterer Bäume in der Kolomansau im gut fünfstelligen Bereich. Für solche Maßnahmen bekommt sogar die Gemeinde sogar einmal Fördergelder der großen Politik. Auch in den finanziell schwierigeren Zeiten werde beim Klimaschutz nicht gespart. Eine Förderung für Ismaning mit positivem Klimaeffekt ist der gemeindliche Zuschuss beim Kauf von Fahrrädern oder E-Bikes. „Die Annahme dieser Förderung ist phänomenal“, sagt Dr. Alexander Greulich.

Der Gemeinderat habe die Summen für die Bürgerzuschüsse schon erhöht und der Bürgermeister rechnet damit, dass dieses Programm auch zukünftig Bestand haben wird. „Von der Maßnahme erhoffen wir uns natürlich, dass die Käufer der schönen Fahrräder diese auch konsequent benützen und das Auto dafür häufiger stehen lassen“, sagt der Bürgermeister. Mit einer Erhöhung der Fahrradnutzung im Ismaning könne man konkret Kohlendioxid durch Autofahrten verhindern.

„Eine Abschaffung der Förderung kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Dr. Alexander Greulich, „vielmehr diskutieren wir mittelfristig eine Ausweitung auf die in unserer Gemeinde arbeitenden Menschen und die hier ansässigen Unternehmen.“ Er beobachtet aber auch, dass die Bürger den Weg mitgehen. Das zeige sich nicht nur in den genutzten Förderprogrammen beim Kauf von Fahrrädern oder Photovoltaikanlagen, sondern auch in der hohen Akzeptanz der Geothermie im Ort.

Die Isarauen sind ein wichtiges Naherholungsgebiet. Gerne würde der Bürgermeister an der Isar auch Strom gewinnen für weitere Schritte bei der Energiewende.

Dr. Alexander Greulich würde liebend gerne noch mehr für den Klimaschutz tun und denkt dabei an Isar-Wasserkraftwerke auf Ismaninger Grund. Hier könnte man zusammen mit den Stadtwerken München Anlagen realisieren, nur bekommen die Ismaninger hierfür seit Jahren keine Genehmigungen. Das ist schon deswegen sehr schade, weil mit Wasserkraft aus der Isar rund zehn Prozent der Haushalte im Ort mit Strom versorgt werden könnten.

„Es gäbe die Möglichkeiten, um die hohen Hürden für ein solches Projekt zu nehmen“, betont Dr. Greulich. Der verhältnismäßig geringe Umfang baulicher Maßnahmen wäre auch gut vertretbar: „Es kann doch nicht angehen, dass Klimaschutz und Naturschutz sich gegenseitig ausbremsen. Eigentlich sollten doch alle an einem Strang ziehen. Ich werfe da die Flinte noch lange nicht ins Korn. Wir bleiben hartnäckig am Ball.“

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