Kartbahn Garching schließt zum 31. Dezember 2016

Ein Stück Geschichte geht zu Ende

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Ab 2017 übernimmt BMW das Motorsportgelände in Garching-Hochbrück. Dann ist die Kartbahn von Peter Wendl Geschichte.

Gemeinsam an den Karts zu schrauben, Runde um Runde drehen, das Knattern der Motoren hat seinen Reiz an der Garchinger Kartbahn nie verloren - bald aber ist die Bahn Geschichte! Der Mietvertrag mit Peter Wendl wird nicht verlängert. Als im Laufe der 90-er Jahre Fahrerlager und Equipment der Starter immer umfangreicher wurde, reichte der Platz um die Garchinger Kartbahn nicht mehr aus.

 Geblieben sind die Süddeutsche Meisterschaft und verschiedene Clubmeisterschaften des Kartclubs München. Viele Familien und Hobbyrennfahrer nutzen die einzige Outdoor-Kartbahn im Großraum München ebenfalls. Auch so mancher Junggesellenabschied fand hier zwischen Motorengeheul und Benzingeruch statt. „Es ist ein Schatz, den die Familie Strebel hier hat“, sagt Peter Wendl. Eine Outdoor-Kartbahn dieser Größe, auf der Rennen ausgetragen werden und die bei Jugendlichen ab zwölf Jahren, Familien und Erwachsenen gleichermaßen beliebt ist, wird es in dieser Form heute wegen zahlreicher Auflagen nicht mehr geben. „Ich verstehe, dass ein Unternehmen soviel Profit wie möglich machen möchte, aber mit ein bisschen Herz oder einer sozialen Ader, und wenn ich den zusätzlichen Gewinn nicht zum Überleben brauche - lass ich den Leuten doch das, woran sie ihre Freude haben“, versteht Peter Wendl die Welt nicht mehr. Besonders ärgert ihn, dass der Nachmieter schon jetzt auf dem Gelände ist und die Umbaumaßnahmen plant. Ab 2017 übernimmt BMW das Gelände an der Kartbahn Hochbrück. „Das ist ja gerade das Absurde!“, fügt Wendl hinzu. Viele BMW-Mitarbeiter drehen hier regelmäßig ihre Runden, der Automobilkonzern nutzte die Kartbahn für zahlreiche Events, unter anderem stellte er hier seinen Mini vor. Und jetzt sorgen sie dafür, dass die Kartbahn sterben wird. „Es ist schade, dass BMW, die sich selber im Motorsport engagieren, kein Verständnis zeigt“, erzählt Peter Wendl, der alles versucht hat, um die Kündigung, die im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten ins Haus geflattert kam, abzuwenden. Auch bei Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann im Rathaus war er. Da es sich aber hier um ein Privatgelände handelt, seien der Stadt leider die Hände gebunden, erklärte ihm der Rathauschef. Einst war das Gebiet, auf dem die Kartbahn entstand, als „Wald und Wiese“ im Flächennutzungsplan deklariert. Um der Kartbahn eine Art Bestandschutz zu gewähren, wurde diese Fläche als „Sondernutzungsfläche Kartbahn“ ausgewiesen. Noch unter Bürgermeisterin Hannelore Gabor kam die Umwandlung in ein „Gewerbegebiet“. Der Einspruch Peter Wendls wirkte - das Gelände wurde wieder „zurückgestuft“ in eine Sondernutzungsfläche. Nach einem Einspruch Strebels ist im aktuellen Flächennutzungsplan das Areal der Kartbahn wieder grau - also als Gewerbegebiet - eingefärbt. „Es ist alles sehr undurchsichtig und eigentlich auch egal“, resigniert Wendl. „Herr Strebel muss das Gelände ja nicht an uns vermieten.“ Damit aber der Motorsport weiter lebt, will Peter Wendl weitermachen. Deswegen sucht er ein Gelände, das mindestens 15000 Quadratmeter groß und für eine Kartbahn geeignet ist. Wer also etwas entsprechendes weiß, kann sich gerne unter info@ak-racing.de an ihn wenden.

Quelle: freising-online

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