Keine PV-Anlage aufs Hallenbaddach

(hb)

· Aufs Dach des Hallenbades „aquariUsh“ soll eine Photovoltaikanlage, so lautete jedenfalls der Antrag der „Freien Bürgerschaft“ im Unterschleißheimer Stadtrat.. Doch die Mehrheit im Gremium sah das etwas anders, nach langer Diskussion stimmten nur sieben Räte für den Bau der energiebringenden Anlage. Dabei wurden die Untersuchungen der dafür beauftragten Firma Climaplan GmbH unterschiedlich aufgefasst, nach Meinung der Fraktionen von CSU und SPD würde dadurch von einem Bau abgeraten – aus dem Grund, dass bei heftigem Schneefall die Last fürs Dach zu groß werden könnte. Für die Freien Bürger, ÖDP, Grüne und FDP wäre dagegen die Lösung mit den sogenannten „T 10 Sun Power Modulen“ durchaus umsetzbar. Stadtrat Martin Reichart (Freie Bürgerschaft) hatte im Gremium seine eigenen Berechnungen parat. Die Sanierung des Hallenbad-Dachs ist für das Jahr 2010 vorgesehen und dadurch würde es eine deutlich größere Last vertragen. Es könnte dadurch sogar die doppelte der geforderten Schneemenge tragen, die Diskussion ums Räumen sei daher nach Reicharts Meinung „lächerlich.“ Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine grundsätzliche Diskussion zu diesem Thema. Brigitte Huber (Grüne) beispielsweise meinte: „Jetzt haben wir endlich ein Dach wo es möglich wäre. Ich sehe ein System dahinter, dass Unterschleißheim Photovoltaik im größeren Ausmaß verhindern will.“ Diesem Vorwurf verwahrte sich Bürgermeister Rolf Zeitler: „Wir haben beispielsweise seit vielen Jahren eine Anlage auf der Hauptschule.“ Auch Christoph Böck (SPD) versicherte ein grundsätzliches „Pro-Photovoltaik“ seiner Partei, meinte allerdings: „Das Dach wird saniert, weil es an seiner Grenze angekommen ist. Ich kann die Rechnungen von Herrn Reichart nicht nachvollziehen, eine PV-Anlage würde ein Risiko bringen.“ Außerdem würden in Unterschleißheim derzeit 30 Dächer auf ihre Tauglichkeit untersucht, da müsse nicht unbedingt auf dem Hallenbad gebaut werden. Manfred Utz (CSU) fand die Berechnungen von Martin Reichart sogar verantwortungslos: „Jeder mit einem gesunden Menschenverstand sieht das.“ Die Betreiber des Bades schlussendlich hätten mit der zusätzlichen Last ebenfalls „Bauchweh.“ Vor allem aber dadurch, weil die Kapazitäten fürs Schneeräumen dann kaum vorhanden wären.

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