Lobbyismus-Debatte

Klare Kante gegen Vorteilsnehmer

Uwe Ritzer nimmt den Lobbyismus ins Visier. 

"Wer nicht mit am Tisch sitzt", so heißt eine Lobbyistenregel aus den USA, "befindet sich auf der Speisekarte". Lobbyismus benachteiligt diejenigen, die über geringere finanzielle Ressourcen verfügen. Und er schafft denen Vorteile, die viel einsetzen können. Die wachsende Lobbymacht starker Wirtschaftsakteure droht die Schwachen an den Rand zu drängen.

Die Folge: ein Land, das den Starken gibt und den Armen nimmt. Grund genug für die Jugendfreizeitstätte PLANET ‚O’ einen Diskussionsabend mit Uwe Ritzer zum Thema „LobbyKratie: Wie die Wirtschaft sich Einfluss, Mehrheiten, Gesetze kauft“ anzuberaumen. Und zwar am Donnerstag, 19. September um 19.30 Uhr im Jugendzentrum. Die vielfach preisgekrönten Wirtschaftsjournalisten der Süddeutschen Zeitung, Markus Balser und Uwe Ritzer, zeigen in ihrem gleichnamigen Buch nämlich Strukturen und Methoden eines alltäglichen Lobbyismus auf. Sie legen dar, wie Lobbyisten die Gesellschaft zu unterwandern und die Menschen in ihrem Sinne zu steuern suchen. 

„Anders als in anderen Lobbyismus-Büchern geht es uns nicht in erster Linie um einen engen Zirkel von Ex-Politikern, der für die Wirtschaft aktiv wird. Wir wollen das System dahinter aus dem Dunkel holen. Es geht darum, die Strategien professioneller Lobbyisten aufzudecken und so Sensibilität zu schaffen für eine Gefahr, die uns alle angeht,“ sagt Ritzer. Je komplexer die Welt wird, je internationaler und verwobener, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich nämlich für Lobbyisten. Sie tarnen sich immer geschickter und ihre Arbeit zielt längst nicht mehr nur auf Politiker. Immer direkter und ungenierter nehmen sie Einfluss auf die Gesellschaft – und damit auf uns alle. Sie unterwandern selbst Schulen, die Forschung und Bürgerinitiativen, schreibt Uwe Ritzer über seinen Vortrag. 

Der Wirtschaftskorrespondent der Süddeutschen Zeitung hat zusammen mit seinem Kollegen Markus Balser die Arbeitsweisen und Ziele der Lobbyisten detailliert untersucht und stellt in seinem Vortrag die wichtigsten Ergebnisse vor. Danach besteht ausreichend Gelegenheit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei. Nähere Infos unter www.planet-osh.de.

Quelle: freising-online

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