Mehr Wir-Gefühl für Eching

(mm)

· Der Kandidat möchte Moderator sein, als Mediator schlichten wo nötig und vor allem den Bürgern viel Raum zur Mitgestaltung geben. Otmar Dallinger (44), Bezirkskaminkehrermeister, Gemeinderat, Vorsitzender der Freien Wähler Eching seit 2006, will Bürgermeister in Eching werden. Als er zum Auftakt seiner Kampagne im Gasthaus Grilll in Günzenhausen vor gut 30 Zuhörern spricht, nimmt inhaltlich die Therme Hollern den breitesten Raum ein. Ein „edles Ziel“ habe man da vor Augen gehabt, sagt Dallinger: ein Naherholungsgebiet, mit „unter anderem einer Therme“. Persönlich halte er die Therme noch immer für wünschenswert, daraus macht Dallinger kein Hehl. Aber das Naherholungsgebiet mit einem See, halb so groß wie der Schliersee, kann er sich auch „solo“ sehr gut als repräsentatives Aushängeschild für Eching vorstellen. Allerdings nicht nur an 50 Tagen im Sommer genutzt sondern ganzjährig. Auf jeden Fall, so beteuert er mehrfach, dürfe nichts gegen den Willen der Bürger entschieden werden. Als jemand im Saal einen Bürgerentscheid auch in Eching fordert und die derzeit „kräftige Ruhe“ um das Thema kritisiert, kommentiert Dallinger das nicht. Lieber weist er darauf hin, dass bei einer Meinungsabfrage auf der Website der Freien Wähler (www.fw-eching.de) 75 Prozent der Besucher für die Therme votierten. „Miteinander reden“ müsse man wenn es um den Ausbau der Infrastruktur gehe. Die Kindergärten seien derzeit voll ausgelastet, aber in zwei bis drei Jahren müsse mit Überkapazitäten gerechnet werden. Der Bau der Märkte an der Schlesierstraße sei auch so ein Thema. Die neuen Einkaufsmöglichkeiten würden bestens abgenommen, aber „so eine Maßnahme macht woanders wieder ein Loch auf“. Ähnlich der Streitpunkt „Läden in der Bahnhofstraße“. Geschäftsräume wolle dort kein Investor bauen, aber ohne Läden verliere die Straße kontinuierlich immer noch weiter an Attraktivität. Wo pro und contra aufeinander treffen setzt Dallinger auf Kommunikation und möchte dann „ohne heilige Kühe offen miteinander reden und gemeinsam gestalten“. Beim Dauerbrenner Verkehr steht der Kandidat der Freien Wähler langfristig ein für „die nötige Infrastruktur in Form einer Westanbindung und für eine künftige Staatsstraße“. So ist das in seinem Wahlflyer nachzulesen. Kurzfristig sieht er in Tempo 30 innerorts eine gangbare Lösung. Viel Beratung brauche es, um die Bürger zur Wende zu bewegen, die Abkehr von den fossilen Brennstoffen „fördert die Region, statt die Ölscheichs.“ Um die Ausgaben im Griff zu behalten plädiert Dallinger bei den von ihm erwarteten Steuereinbrüchen für eine Prioritätenliste, die unter der Überschrift steht: „Was können wir uns noch leisten?“. Um das Feuerwehrhaus zu erweitern und zu sanieren verschulde sich die Kommune neu, im Raum stünden eine Rathaussanierung für 5,5 Millionen Euro und die Gestaltung der Ortsmitte. Im sozialen Bereich sieht Dallinger, der seit einiger Zeit Fahrten zur „Tafel-Ausgabestelle Hallbergmoos“ organisiert, die Gemeinde gut platziert, aber: „Da geht noch was.“ Vor allem denkt er da an die Integration von Neubürgern. Bei einer Fluktuation von 1200 Personen, Zu- und Wegzüge pro Jahr, müsse etwas dafür getan werden die Menschen längerfristig an den Ort zu binden.

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