Weggeworfen wie Abfall

München: Katzenbaby in zugeknoteter Plastiktüte entsorgt - Tierschutzverein ist entsetzt

Sie ist eine Kämpferin: Lagertha wird derzeit von ihren Pflegern alle zwei Stunden gefüttert.
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Sie ist eine Kämpferin: Lagertha wird derzeit von ihren Pflegern alle zwei Stunden gefüttert.

Weggeworfen wie Abfall wurde ein kleines Katzenbaby im Stadtteil Nymphenburg. Ein Passant fand das Tier in einer Plastiktüte mit Nabelschnur und Plazenta.

Die Mitarbeiter des Tierschutzvereins München sind zweifellos daran gewöhnt, immer wieder in menschliche Abgründe zu blicken. Doch was einem neugeborenen Katzenbaby vergangenen Donnerstag angetan wurde, zeigt den Grad der Verrohung unserer Gesellschaft in besonderem Maße: Ein Passant fand das winzig kleine Kitten am Abend gegen 20 Uhr in einer zugeknoteten Plastiktüte im Gebüsch in der Renatastraße auf Höhe der Hausnummer 34 (Stadtteil Nymphenburg).

Katzenbaby in Plastiktüte gefunden: Direkt nach der Geburt entrissen und „entsorgt“

Da das Baby noch die Nabelschnur am Bauch hatte und samt Plazenta in der Tüte lag, lässt sich darauf schließen, dass es seiner Katzenmama direkt nach der Geburt entrissen und „entsorgt“ wurde. Die grausame Tat muss kurz zuvor begangen worden sein, da das Kleine noch am Leben war. Wenig später wäre es sicher qualvoll erstickt.

Der Finder befreite den Katzenwelpen aus der Tüte und rief die Tierrettung. In der Tierklinik der LMU wurde er notversorgt und am nächsten Morgen an das Tierheim München weiterüberwiesen. Nun kämpfen die Katzenpflegerinnen seit Freitag um das Leben des kleinen Wesens, wärmen und füttern es alle zwei Stunden mit der Flasche.

Katzenbaby in Plastiktüte gefunden: Pfleger tauften sie Lagertha

Gegen alle Erwartungen und Bemühungen des Täters hat das Katzenmädchen bisher überlebt. Es ist eine Kämpferin! Die Pflegerinnen nannten sie deshalb „Lagertha“ – nach einer Heldinnenfigur aus der TV-Serie „Vikings“. Noch ist Lagertha allerdings nicht über den Berg. Erst die Entwicklung der nächsten Wochen werden zeigen, ob sie überlebt.

Dieses Kätzchen ist noch nicht lange auf der Welt, aber hat schon einiges durchgemacht.

Die Tierklinik der LMU und der Tierschutzverein München haben Anzeige wegen Tierquälerei erstattet und bitten um Zeugenhinweise. Wer hat vergangenen Donnerstag in der Renatastraße in Nymphenburg verdächtige Beobachtungen gemacht oder kann der Polizei Hinweise geben, die zum Täter führen? Tiere sind empfindsame, leidensfähige Lebewesen. Man stelle sich nur einen Moment lang vor, wie es sich anfühlen muss, qualvoll in einer Plastiktüte zu ersticken.

Katzenbaby in Plastiktüte gefunden: Tierschützer sind sauer

Die Skrupellosigkeit, sich auf diese Art eines unerwünschten Katzennachwuchses zu entledigen, macht die Tierschützer fassungslos. „Wer die Verantwortung scheut, sich um den Nachwuchs seiner Katze zu kümmern, der lässt sie rechtzeitig kastrieren oder bringt zumindest so viel Anstand auf, die Tiere im Tierheim abzugeben, statt sie grausam zu töten und wie Abfall ins Gebüsch zu schleudern“, so Kristina Berchtold vom Tierschutzverein München.

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