Ein positiver Corona-Nebeneffekt

Nordallianz: Luftbelastung unter den Grenzwerten

Feinstaubbelastung durch corona gesunken
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So ungefähr der einzige positive Corona-Effekt: Die Belastungen sind durch verringerten Verkehr gesunken.

Seit September 2019 messen die NordAllianz-Kommunen die lokale Luftqualität.

Nachdem die Daten bereits ehrenamtlich durch den Garchinger Mitarbeiter des Rechenzentrums der Max-Planck-Gesellschaft Thomas Zastrow analysiert wurden, gibt es nun eine wissenschaftliche Arbeit der TU München. Am Lehrstuhl für Verkehrstechnik hat die Studentin Magdalena Staudt unter der Betreuung von Dipl.-Ing. Ulrich Glöckl eine spannende Masterarbeit verfasst. Unter dem Titel ‚Korrelationsanalyse von Luftqualitätsmessstellen und der Verkehrsbelastung von Straßen im Umfeld unter Verwendung von Sensoren der Nordallianz München‘ hat die Studentin den Zusammenhang zwischen der Verkehrsbelastung und der Luftqualität in der Region analysiert.

Verkehrsspitzen verursachen Spitzenwerte bei der Stickstoffdioxidkonzentration

In der Arbeit ging es darum, ob die Verkehrsbelastung auf Straßen tatsächlich in der Luftqualität vor Ort zu erkennen ist. Es wurde herausgearbeitet, dass an den analysierten Tagen vor allem ein Zusammenhang zwischen der Verkehrsstärke und der vorherrschenden Stickstoffdioxid-Konzentration zu erkennen war. Das heißt, die Verkehrsspitzen am Morgen und am Nachmittag verursachen Spitzenwerte der gemessenen Stickstoffdioxidkonzentration. Zwischen der Verkehrsstärke und der Feinstaub-10-Konzentration ist in den Daten ein geringerer direkter Zusammenhang zu erkennen. Die Komplexität der Analyse lag im Einbeziehen der vielen verschiedenen Einflüsse auf die Immissionen.

Hierbei sind das Wetter und die örtlichen Umstände entscheidende Faktoren. In den Daten wurde auch ein Zusammenhang zwischen der Immissionskonzentration und der Tageszeit ausgemacht. Dabei zeigte sich ein photochemischenr Einfluss auf die Immissionskonzentrationen, der das Ermitteln des tatsächlichen Zusammenhangs zwischen Verkehr und der vorherrschenden Immissionskonzentration erschwerte.

Um die von den Sensoren gemessenen Werte nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen und zu verifizieren, wird an drei Stellen mit verhältnismäßig hoher Belastung nochmals über einen Zeitraum von insgesamt drei Monaten nachgemessen: In Eching an der Unteren Hauptstraße, in Garching an der Einsteinstraße, sowie in Unterschleißheim an der Landshuter Straße. Passivsammler sind Röhrchen aus Kunststoff, die an Straßenlaternen angebracht werden und die die Stickstoffbelastung über einen Zeitraum von einem Monat sammeln. Im Labor wird anschließend ausgewertet, wie hoch die monatliche Belastung war.

Was ist ‚gute Luft‘?

Als Fazit ist zu sagen, dass die Luftschadstoffe in der NordAllianz gemäß den Messungen der Sensoren signifikant unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte der 39. Bundesimissionsschutzverordnung liegen. Die Verordnung regelt in Deutschland, wieviel Schadstoffe ausgestoßen werden dürfen. Auch das Bayerische Landesamt für Umwelt sieht daher keinen Bedarf für weitere Kontroll-Messungen, so das Amt auf Nachfrage der NordAllianz. Es gibt jedoch zahlreiche Indizes zur Einordnung der Luftqualität, so bspw. auch den European Air Quality Index der EU-Staaten, der auf der NordAllianz-Website angezeigt wird. Auch die WHO benennt eigene Grenzwerte.

Die WHO-Grenzwerte liegen beispielsweise deutlich unter den Werten, die die 39. Bundesimissionsschutzverordnung als Maximalwerte vorgibt. Diese unterschiedlichen Limits sind darauf zurückzuführen, dass die Einschätzung was als ‚zu schlecht‘ definiert ist, ein Produkt politischer Entscheidungsprozesse ist. In Anbetracht der Luftqualitätswerte der NordAllianz, die zwar unter den deutschen Grenzwerten liegen, sollte daher also nicht vergessen werden, dass man sich auf den Luftwerten keinesfalls ausruhen kann: die Luftverschmutzung ist in allen Industrienationen ein großes Problem und hat beträchtliche negative Einflüsse auf Menschen und Umwelt.

Während des ersten Corona-Lockdowns hat sich auch in den NordAllianz-Daten eindeutig gezeigt, dass der reduzierte Autoverkehr zum Anfang der Ausgangssperre im vergangenen Jahr eine sichtbare Erholungspause für die Umwelt, insbesondere für die Stickstoffdioxidbelastung, war. Leider hat sich diese positive Entwicklung inzwischen wieder relativiert. Abschließend bleibt daher zu sagen, dass Jede und Jeder tagtäglich dazu aufgerufen ist, den eigenen Einfluss auf die Luftqualität maßgeblich zu verringern. Beispielweise durch mehr Radfahren, weniger Fleisch essen, durch die Nutzung des ÖPNV oder durch die Vermeidung von Überkonsum. Alles über das Luftprojekt der NordAllianz unter nordallianz.de/luftqualitaet

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