Ein harter Schlag

Corona und die Pfennigparade: Arbeit ist aktuell stark eingeschränkt

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SPD-Stadträtin Antje Kolbe (l.) im Gespräch mit der Prokuristin der Unterschleißheimer Pfennigparade Susanne Schmidt.

Für die PfennigparadeGmbH, die auch in Unterschleißheim mit schwerkranken und alten Menschen arbeitet, war die Corona-Pandemie ein schwer Schlag. Einer von dem man sich laut Prokuristin Susanne Schmidt noch nicht erholt hat. Das Feld kann kann derzeit nur mit halber Kraft bestellt werden.

Wie fast alle Betriebe in unserer Stadt musste auch die Pfennigparade im März ihre Werkstätten schließen. Für die Prokuristin Susanne Schmidt, ihre 37 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für die Menschen in den Werkstätten war das ein harter Schlag.

Schichtbetrieb und nur mit halber Kraft

Schmidt sagt auf Anfrage von SPD-Stadträtin Antje Kolbe dazu: „Unsere ersten Gedanken waren, wie das funktionieren soll. Wir haben ja für die Menschen, die hier bei uns arbeiten eine Sorgfaltspflicht, wie sind sie zu Hause aufgehoben –viele haben doch schon sehr alte Eltern. Die Gruppen in der Kepplerstraße und am Furthweg waren dort in Quarantäne, während die Werkstattmitarbeiter zu 90 Prozent abends nach Hause fahren. Am Anfang der Pandemie haben die Zeitgeister, der Helferkreis Asyl und die Leute vom Repair Cafe Masken genäht für das Personal der Pfennigparade in der Balanstraße und die dortigen Ambulanten Dienste. Jetzt sind wir damit beschäftigt, die ganzen Abstandsregulierungen, Hygienevorschriften und allgemeine Verfügungen umzusetzen. Wir können nur im Schichtbetrieb und mit halber Kraft arbeiten, es braucht neue Arbeitspläne – viele Personen gehören zu Risikogruppen mit ganz speziellen Bedingungen, trotzdem sollen sie wieder in die Werkstätten kommen können. Und alle freuen sich auch darauf, nach drei Monaten Isolation ihre Freunde und Arbeitskollegen wieder zu sehen! Und wir freuen uns auch, viele Aufträge wieder abarbeiten zu können.“

Für die Pfennigparade GmbH, die auch in Unterschleißheim mit schwerkranken und alten Menschen arbeitet, war die Corona-Pandemie ein schwer Schlag. Einer von dem man sich laut Prokuristin Susanne Schmidt noch nicht erholt hat.

Antje Kolbe: „In unserem Vorgespräch erwähnten Sie ein für Sie ganz spezielles Anliegen.“ Susanne Schmidt: „Mein großer Traum ist und bleibt, den Inklusionsgedanken mit Leben zu füllen, das heißt wenn irgend möglich für unsere Leute einen Platz im ersten Arbeitsmarkt zu finden. Im Oktober 2019 hatten wir eine Broschüre mit dem Titel „SCHICHTWECHSEL“ herausgegeben anlässlich des bundesweiten Aktionstages, an dem Mitarbeiter aus Unternehmen mit Beschäftigten aus Werkstätten für behinderte Menschen für einen Tag ihre Arbeitsplätze tauschen. Diese Broschüre wollten wir am Umwelttag, beim Nachbarschaftsfest, beim ICU-Treffen usw. verteilen und für diese Idee werben. Lassen sich Arbeitgeber darauf ein Konzepte zu entwickeln, für welche Tätigkeiten sie Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzen können? Kleine Schritte vielleicht, aber doch ein Anfang, den die Corona-Krise leider erst mal gestoppt hat.“

"Inklusion ist aus dem Home-Office nicht möglich!"

 Kolbe will noch wissen: „Wie kommen interessierte Firmen an diese Broschüre?“ Susanne Schmidt: „Mit den Lockerungen freue ich mich auf eine Wiederbelebung der guten Nachbarschaft und Kooperation in Unterschleißheim! Unsere Mitarbeiter kommen sukzessive wieder ins Haus und stehen in den Startlöchern für neue Aufträge. Endlich können wir die unterschiedlichsten Projekte wieder weiterführen- Inklusion aus dem Home Office ist unmöglich! Jetzt nehmen wir den roten Faden unseres Handelns wieder auf.

Handschuhe und Maske anziehen mal anders!

Quelle: freising-online

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