Übung macht den Meister

Schichtarbeit im Proberaum: Stadtkapelle probt online

Stadtkapellen Mitglieder bei der Online probe
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Um nicht aus der Übung zu kommen, probt die Stadtkapelle online weiter.

Weil erwiesenermaßen nur Übung den Meister macht, gilt bei Stadtkapelle nach pandemiebedingter Pause seit Jahresbeginn wieder: Montag ist Probentag.

Die Instrumente sind ausgepackt, die Noten liegen parat, alle warten auf die ersten Anweisungen von Dirigent Michael Kavelar. Kurzes Einzählen - 1, 2, 3, 4 - und los geht‘s! Die ersten Töne erklingen, die Probe läuft. So weit, so normal. Allerdings sind Dirigent und Musiker nicht zu vierzigst im gleichen Raum - sondern in der gleichen Videokonferenz. Um nicht den Überblick zu verlieren, wird in drei „Schichten“, die jeweils eine Stunde dauern, aufgeteilt. Proben kann man nun auch im Schlafzimmer, in der Küche oder dem Bad. Alles ist möglich.

Ständig auf den Monitor zu schauen und lediglich sich selbst beim Üben zu hören, war anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig, mittlerweile ist das aber gar nicht mehr so schlimm und vor allem immer noch eine sehr gute Möglichkeit, sich gemeinsam als Gruppe „fit“ zu halten. Zwar kann - bedingt durch die Verzögerung über das Internet - nicht gleichzeitig zusammengespielt werden, dafür bleibt aber viel mehr Zeit, an den eigenen Fähigkeiten zu arbeiten und an der Spieltechnik zu feilen. Individuelle Tipps und Korrekturen gibt es auf Wunsch nach kurzem Einzelvorspiel in einem separaten virtuellen Raum. Die Resonanz auf dieses Angebot ist hervorragend.

Die Online-Proben werden fast genauso gut besucht, wie die regulären Proben. Diese liegen mittlerweile leider schon fast ein halbes Jahr zurück und alle sehnen sich danach, endlich wieder „in Echt“ zusammenkommen zu dürfen. Nachdem das Konzept der Onlineproben von Anfang an gut funktioniert hat, haben sich bereits mehrere befreundete Musikvereine Ratschläge bei den Unterschleißheimern geholt und die Vorgehensweise von Michael Kavelar teilweise für ihre eigenen Orchester übernommen.

Das Wir-Gefühl im Verein hat dank der Online-Proben nicht spürbar gelitten. Die Kapelle stellt sich derzeit der von der Raiffeisenbank München-Nord eG ausgerufenen Oster-Challenge. Binnen sechs Wochen gilt es, als Gemeinschaft ein selbst gestecktes Ziel zu erreichen. Der Plan der Musiker: den BewohnerInnen und MitarbeiterInnen des Hauses am Valentinspark ein Lächeln auf das Gesicht zaubern - gerade in dieser schwierigen Zeit. Für jeden soll es ein liebevoll gebasteltes und natürlich auch gefülltes Osternest geben. Mittlerweile läuft die „Produktion“ der Kapelle seit drei Wochen und alle machen begeistert mit. Sowohl die Musiker der Stadtkapelle, natürlich samt ihrer Kinder, als auch der Nachwuchs aus der Jugendstadtkapelle. Die jüngsten Musikanten der „MuSiKUsse“, aus der Orff-Gruppe und die Flötenkinder helfen ebenfalls tatkräftig mit. Es gibt einiges zu tun, denn gut 200 Nester sollen es letztlich werden.

Freude möchte die Stadtkapelle mit ihren Klängen möglichst bald auch wieder allen UnterschleißheimerInnen bereiten. „Mit Blasmusik Richtung Sommer“, so lautet bereits seit vielen Jahren das Motto. Die Hoffnung ist groß, dass sich dieser Leitspruch zumindest in abgespeckter Form auch 2021 umsetzen lässt. Veranstaltungen in der Größe des Frühjahrskonzerts sind derzeit zwar noch völlig undenkbar, möglicherweise lassen sich aber in absehbarer Zeit wieder kleinere Auftritte, wie Frühschoppen in Biergärten oder Standkonzerte durch Ensembles verwirklichen. Bis dahin bleibt es bei zahlreichen Wohnzimmer-Solisten und ihren wöchentlichen Privatkonzerten für die Nachbarn.

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