Eine neue Chance

Tierschutzverein München: 400 Mäuse aus schlechter Haltung gerettet - Wohnung in katastrophalem Zustand

Mäuse kuscheln gemeinsam auch Babys
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Die 400 Mäuse lebten in der Wohnung- und vermehrten sich unkontrolliert.

Erst Ende Oktober vergangenen Jahres nahm die Kleintierabteilung des Münchner Tierheims mehr als 250 Kaninchen und Meerschweinchen aus Ismaning auf.

Während ein großer Teil der Tiere aus der illegalen Zucht nach wie vor im Tierheim auf ein neues Zuhause wartet, kam nun kurz vor dem Jahreswechsel gleich ein weiterer großer Schwung Kleintiere ins Tierheim. Nun übernahmen die Tierschutzinspektoren des Tierschutzvereins zusammen mit dem Mäuseasyl München mehr als 400 Mäuse aus einer Einzimmerwohnung in München-Solln.

Den vielen Nachwuchs konnte der Besitzer nicht mehr versorgen.

Bei der Haltung handelte es sich aber nicht, wie man befürchten könnte, um eine Zucht von Futtermäusen für Reptilien, sondern um eine Privathaltung, die aus dem Ruder gelaufen ist. Der ehemalige Halter hatte mit nur vier Mäusen angefangen. Da er aber nicht in der Lage war, die Tiere nach Geschlechtern zu trennen, vermehrten sie sich wild und in kürzester Zeit im exponentiellen Wachstum. Er wandte sich von sich aus an uns und bat um Hilfe. In der rund 30qm großen Wohnung bot sich den Tierschützern ein Bild des Grauens: überall am Boden lag Mäusekot zwischen Gerümpel. Da die Mäuse alle frei in der Wohnung herumliefen, mussten sie erstmal alle mit der Hand eingefangen und in etliche Transportboxen gesetzt werden.

Die Mäuse lebten in katastrophalen Umständen.

Im Tierheim angekommen machten sich die Kleintierpfleger sofort ans Bestimmen der Geschlechter, um die Mäuse nach Männchen, Weibchen sowie trächtige Weibchen zu sortieren. Die Zählung ergab 65 hochträchtige, 70 Weibchen teils schon mit vorhandenem Nachwuchs, 144 Jungtiere und über 130 Böckchen, von denen viele aufgrund von Revierkämpfen mit anderen Böcken schwer verletzt waren. Seit dem 29. Dezember sind bereits 128 neue Mäusebabies zur Welt gekommen – mehrere hundert weitere werden noch erwartet.

Rund einhundert Mäuse aus der Wohnung konnten an umliegende Tierheime sowie das Mäuseasyl verteilt werden. Nun müssen die Tierchen zunächst aufgepäppelt, kastriert und auf Krankheiten untersucht werden, bevor sie in etwa zwei bis drei Wochen an neue mäusefreundliche und verantwortungsvolle Menschen vermittelt werden können. Wer das Tierheim unterstützen und ein paar Mäuse in vorübergehende Pflege nehmen möchte, darf sich ab sofort direkt im Kleintierhaus melden unter Telefon 089 / 921 000 52 oder per Email an kleintierhaus@tierheim-muenchen.de

Gemeinsam kuscheln die Farbmäuse jetzt im Tierheim und bei den Pflegestellen.
Über Sach- und Geldspenden freut sich der Tierschutzverein München und das Mäuseasyl München.

Darüber hinaus freut sich der Tierschutzverein über finanzielle Unterstützung oder Sachspenden für die Mäuse. Benötigt werden dringend Einrichtungsgegenstände für Mäusegehege/-terrarien, Mäusespielzeug und –leckerlis (getrocknete Insekten oder Anderes ohne Zucker oder Honig). Aufgrund des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie können die Sachspenden allerdings nicht persönlich vor Ort entgegen genommen werden, sondern müssen per Post gesendet werden. Alle Spendenmöglichkeiten finden gibt es hier.

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