Das neue Angebot wurde sehr gut angenommen

Unterschleißheim: Erste Senioren-Infobörse im Bürgerhaus - Stadt will demenzfreundlich werden

Alle Stände der Senioren-Infobörse waren den ganzen Tag sehr gut besucht, so auch die Demenz-Beratungsstelle der Stadt (rechts im Vordergrund).
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Alle Stände der Senioren-Infobörse waren den ganzen Tag sehr gut besucht, so auch die Demenz-Beratungsstelle der Stadt (rechts im Vordergrund).

Groß war die Nachfrage bei der ersten Senioren-Infobörse im Bürgerhaus. Das Angebot reichte vom Wohnen für Hilfe bis zur Demenz- und Hospizberatung.

Seit über 20 Jahren gibt es das Projekt „Wohnen für Hilfe“ und warb dafür in Unterschleißheim. Dabei wohnen Studenten, Auszubildende oder junge Berufstätige mit in Häusern oder Wohnungen von alleinstehenden Senioren. Als Gegenleistung für eine minimale Miete müssen die Jungen je Quadratmeter Wohnfläche eine Stunde pro Woche im Haushalt oder Garten helfen, sich um den Senior etwas kümmern beim Kochen, Waschen oder gemeinsamen Ausflügen und Spielen.

Erste Seniorenmesse: Informationen in jeglichem Bereich

Beim Verein „Stadtteilarbeit“ erkundigte sich eine ältere Dame: „Ich habe großes Interesse an barrierefreiem Wohnen, wie läuft das ab?“ Ausführlich wurde sie beraten, dass sich der Service etwa an Menschen nach einem Schlaganfall oder mit leichten Gebrechlichkeiten wendet, die zu Hause wohnen bleiben wollen. Die Wohnung oder das Haus sollen barrierefrei umgestaltet werden, dass jeder bis ins hohe Alter darin problemlos wohnen kann.

Die NBH Unterschleißheim hat mit „Chorus Dementiae“ sowie „Haus und Hof“ neue Angebote für Senioren.

Die „AWO Begegnungsstätte“ versteht sich selbst als „Jugendzentrum für Senioren“, vor Corona kamen bis zu 20.000 Menschen im Jahr zum vielfältigen Angebot, das jetzt langsam wieder anläuft: Sturzprävention, Englisch, Gymnastik 60+, Mittagstisch, Smartphone-Hilfe, Aquarellmalen oder Nordic Walking sind nur einige Punkte. Wichtig ist das gemeinsame Musizieren, Basteln und Spielen, aber auch Ausflüge, etwa nach Lindau, Nördlingen oder Weihenstephan.

Erste Seniorenmesse: Unterschleißheim will demenzfreundlich werden

Die Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim stellte ihre beiden neuen Angebote „Chorus Dementiae“ für an Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige vor, der sich alle drei Wochen trifft. Zudem „Haus und Hof“, dabei bietet die NBH Unterstützung bei leichten handwerklichen Tätigkeiten im Haushalt. Peter Wagner ist der Demenzbeauftragte der Stadt. Immer wieder wurde er mit Fragen konfrontiert, wie: „Bei meiner Frau wird die Demenz immer stärker – was kann ich jetzt tun?“

Wagner gab kompetent Auskunft, Unterschleißheim will demenzfreundlichen Kommune werden und bietet das Programm „Ein lebenswertes Leben – trotz Demenz?!“ sowie einen Demenz-Wegweiser mit Beratungsstellen und vielen Hinweisen an. Das Landratsamt München stellte sein Projekt „Aufsuchende Seniorenberatung“ vor, wer sich dort meldet erhält einen Hausbesuch und wird dann beraten über finanzielle Unterstützung, bei Behördenthemen, zu Hilfsmitteln im Alltag.

Christine Thümmler vom Landratsamt informierte über die „aufsuchende Seniorenberatung“, daneben die Stelle der „Paritätischen“, die für ihre Gesprächskreise für pflegende Angehörige warb.

Neu ist das Thema „unerledigte Post“, hier hilft ein „Postpate“ Senioren bei der Beantwortung von Behördenbriefen oder Rechnungen. Interessant für Angehörige von Dementen oder Schlaganfallpatienten ist der „Gesprächskreis“ der Fachstelle für pflegende Angehörige der „Paritätischen“. Betroffene erzählen dabei von ihren Erfahrungen und geben so wertvolle Tipps für die Pflege zu Hause – wenn aus dem langjährigen Ehepartner plötzlich der zu Pflegende wird.

Bert Brosch

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