„Wir wissen, wie wichtig das Impfen für die Eltern der Schulkinder ist, daher wollten wir so schnell wie möglich anfangen damit“, begründete Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD). Für den Landkreis gebe es 25.000 Impf-Dosen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Durch die guten Kontakte der Praxis von Dr. Friedrich Kiener sei man in Unterschleißheim in der glücklichen Situation die erste Gemeinde im Landkreis zu sein, die impfen kann.
„Wir haben das an alle Eltern aus dem Gymnasium, der Realschule, der Mittelschule und auch der Grundschule kommuniziert. Aber auch meine Bürgermeister-Kollegen aus den Nachbargemeinden Garching, Oberschleißheim und Ismaning haben wir sofort informiert“, berichtete Böck. Nur mit Anmeldung konnten die Kinder kommen, am Vormittag waren sie meist alleine aus dem Unterricht heraus, am Nachmittag kamen sie fast immer mit den Eltern, daher war es im Wartebereich vor und nach der Impfung zum Teil ziemlich voll.
„Insgesamt haben wir den ganzen Tag über fast 500 Kinder geimpft, das war ganz schön anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, sagte BRK-Impfleiter Christoph Breitfeld. Immer vier Kinder wurden auf einen Termin von fünf Minuten bestellt. Alle durchliefen dabei das übliche Ritual Anmeldung, Einweisung und Erklärung durch den Arzt Friedrich Kiener, dann kommt ein freundlicher BRK-Mitarbeiter und holt die Kinder einzeln ab und bringt sie hinter einen Paravant.
Lukas aus Ismaning hat sich ruckzuck seiner Jacke entledigt, schiebt schon mal den Pulli über den linken Oberarm. Impferin Angela Huhn begrüßt ihn und seine Schwester Sophia, die noch etwas skeptisch schaut. Routiniert lobt Huhn Lukas, „prüft“ seine Muckis und plaudert nett mit ihm. Noch ehe er antworten kann hat sie die Spritze gesetzt und entleert, kurz danach ist auch Sophia fertig.
Beide Kinder dürfen sich eine kleine Belohnung aus der Schatzkiste nehmen, bevor sie noch eine Viertelstunde warten müssen, ob sich unerwünschte Reaktionen zeigen. „Wir haben noch drei kleinere Geschwister zu Hause, jetzt haben wir den Anfang gemacht, das beruhigt uns und vor allem die Großeltern“, sagt Mama Stefanie Höfer. „Von zweiten bis sechsten Januar werden wir im Bürgerhaus nochmal täglich 500 Kinder impfen, drei Wochen später ist dann die Zweitimpfung. Das ist zwar Impfen am Fließband – aber nur so macht es Sinn“, sagt Bürgermeister Böck.
Bert Brosch