Heinz Billing

Goldene Verdienstmedaille für Computerpionier

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Manchmal brauchen gewisse Dinge einfach länger. Und so musste Heinz Billing (auf dem Foto mit Sohn Arend) erst 102 Jahre alt werden, um die Goldene Verdienstmedaille der Stadt Garching zu erhalten. Seit über 40 Jahren wohnt Billing in der Universitätsstadt. Er erfand den Magnettrommelspeicher und entwickelte Rechenmaschinen. Außerdem erforschte er seit 1970 Gravitationswellen, deren Existenz 2015 bewiesen werden konnten.

„Den richtigen Zeitpunkt haben wir vielleicht verpasst und deswegen ist es umso wichtiger, dass wir diese Ehrung jetzt vorgenommen haben“, erklärte Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann. Vergangenen Donnerstag zeichnete er den Computerpionier Heinz Billing mit der Goldenen Verdienstmedaille der Stadt Garching aus und beendete damit vorläufig die Reihe der Ehrungen, mit denen der 102-jährige Billing bereits ausgezeichnet wurde: Unter anderem erhielt der

Physiker 1987 als Erster die Konrad-Zuse-Medaille für seine Verdienste um die Informatik, insbesondere für die Entwicklung des Magnettrommelspeichers. 2006 bekam er den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst. Der Maximiliansorden wird in Anerkennung für herausragende Leistungen auf den Gebieten von Wissenschaft und Kunst verliehen und ist eine besonders hohe staatliche Ehrung und die höchste Auszeichnung des Freistaates Bayern und 2015 zeichnete die stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin und bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Ilse Aigner Billing mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland aus. 2013 ernannte ihn seine Heimatstadt Salzwedel, in der er bis zu seinem Abitur lebte, zum Ehrenbürger. Und jetzt also endlich auch Garching, wo Billing seit 1975 lebt. „Garching kann stolz sein auf seinen Mitbürger Heinz Billing“, betonte Gruchmann. Und zwar nicht nur wegen seiner Leistungen, die er ab 1979 im Garchinger Max-Planck-Institut für Astrophysik erbrachte: Hier erforschte Billing als einer der Ersten die Gravitationswellen, deren experimenteller Nachweis amerikanischen Wissenschaftlern vor einem Jahr gelang. „Mein Vater hat sich sehr darüber gefreut. Er hat immer gesagt, dass er das noch erleben möchte“, erzählt Billings Tochter Dorit Gronefeld. Doch nicht nur auf dem Gebiet der Gravitationswellen ist Billing Pionier, auch was die Entwicklung des Computers betrifft sei er „vergleichbar mit Konrad Zuse“, zitierte Gruchmann Karsten Danzmann, den Direktor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik. Bereits 1948 erfand Billing den Magnettrommelspeicher, einen Vorläufer aller Speichermedien bis hin zum heutigen USB-Stick. Außerdem entwickelte er Rechenmaschinen. Billing verwendete dafür hauptsächlich Verstärkerröhren. Nach einem Aufenthalt von einem dreiviertel Jahr an der Universität in Sydney wurde er von Werner Heisenberg an das Max-Planck-Institut für Physik in Göttingen geholt, wo er 1952 den ersten Elektronenrechner G1 (Göttingen 1) für den Astronomen Ludwig Biermann entwickelte. Der Rechner konnte zwei Operationen pro Sekunde ausführen und hatte einen Trommelspeicher für 26 Wörter mit jeweils 32 Bit. Später konstruierte er dessen Nachfolger G2 und entwickelte die G3, die 1960 bis 1972 in Betrieb war. Die G3 hatte als Hauptspeicher einen magnetischen Kernspeicher, der aus 4096 Worten zu je 42 Bit bestand.

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Quelle: freising-online

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