Volleybälle helfen auf der ganzen Welt

Die Schüler der Mbagathi-Rudolf-Steiner-Schule in der Nähe von Nairobi freuten sich über die Ballspenden der Volleyballer des SV Lohhof. Foto: SV Lohhof

Sozi

ale Verantwortung ist für die Volleyballer des SV Lohhof kein fremdes Thema. Im Jahre 2001 rief die Abteilung die Initiative "Im Team gegen Terror und Gewalt" ins Leben als Reaktion auf die Terror-Anschläge. Seitdem fanden immer wieder Aktionen statt, die unter dem Motto der Initiative durchgfeührt wurden wie ein Blutspendetag, die Einladung der Behinderten-Nationalmannschaft oder in diesem Jahr der erfolgreiche KiO-BusinessBeachCup mit einer Spendensumme von 10000 Euro. Vor einigen Jahren wurden von den Volleyball-Verbänden neue Spielbälle eingeführt, so dass die alten Bälle nicht mehr genutzt wurden. 15 Bälle machten die weite Reise nach Usbekistan. Über den ehemaligen SVL-Volleyballer Maximilian Semmlinger kam der Kontakt zu Svetlana Turgunbajev zustande, die beim TSV Königsbrunn als Trainerin tätig ist. Turgubajev war früher an einer Jugend-Sportschule in Samarkand, das knapp 300 Kilometer von der Hauptstadt Taschkent liegt und einigen vielleicht ein Begriff vom "großen Seidenweg" ist, aktiv. Dort trainieren sechs Volleyball-Trainingsgruppen wie auch weitere Sportarten wie Fußball oder Basketball. "Da viele Familien der Kinder vom Land kommen und auch insgesamt der Lebensstandard eher ärmlich ist, haben sich die Kinder und die Schule riesig über die 15 Bälle gefreut. Solch teure Bälle kann sich dort niemand leisten. Die bisherigen Bälle waren "hart wie Steine" und aus billigstem Lederersatz. Da bekommen sogar Volleyballer noch blaue Arme", berichtet Max Semmlinger. Über die SVL-Spielerin und -Trainerin Alexandra Kettenbach fanden die Bälle des SV Lohhof den Weg nach Afrika. Alexandra hat dort in diesem Sommer ein Sozialpraktikum an der Mbagathi-Rudolf-Steiner-Schule in der Nähe von Nairobi absolviert und bisher hatten sich die Schüler Bälle nur aus Plastik selbst gebastelt. Die Reaktion der Schüler beschreibt Alexandra voller Freude: "Als ich die Bälle zum ersten Mal ausgepackt habe, wurde ich gleich von 30 Kindern umgeben, weil sie alle mit den Bällen spielen wollten. Die Freude darüber war riesig! An den folgenden Tagen haben wir in jeder freien Minute damit gespielt. Das war auch der Zeitpunkt als wir das erste Mal so richtig gesehen haben, dass Jungs und Mädels etwas zusammen machen. Das tolle dabei war, dass es überhaupt nicht darum ging, ob man gewinnt, sondern es ging hier nur um den Spaß, die Freude und den Zusammenhalt. Das war richtig klasse! Es gibt wirklich nichts Schöneres wie in die Augen der Schüler zu schauen und das Funkeln darin zu sehen über diese unglaubliche Freude über diese alten Bälle. Was für uns aber ein alter Ball ist, ist für sie das Größte." Aber nicht nur in die weite Ferne sind die alten Bälle der Lohhofer Volleyballer gegangen. Auch das Carl-von-Linde-Gymnasium in Kempten konnte sich jetzt kurz vor Weihnachten über neues Equipment für den Schulsport freuen. Dort ist Philipp Harbeck, ehemaliger Lohhofer Spieler, als Lehrer im Refendariat tätig. Viele Volleybälle blieben aber natürlich auch vor Ort, so dass das Carl-Orff-Gymnasium im Schulsport auf besseres Trainingsmaterial zurückgreifen kann, was vor allem den ehemaligen Bundesliga-Trainer und Lehrer am COG Georg Gottschaller besonders freute. "Es freut uns sehr, dass wir mit unseren alten Bällen vor allem Kindern auf der ganzen Welt viel Freude bereitet haben. Wir werden auch in den weiteren Zukunft versuchen uns als Abteilung im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter sozial zu engagieren. Wenn man dann berichtet bekommt, was dabei heraus gekommen ist, dann weiß man, dass man Gutes getan hat", sagt SVL-Manager Tom Gailer.

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