Protestaktion

Solidaritätskundgebung für Pflegekräfte mit wenigen Teilnehmern fand in Dachau statt

Protestaktion
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Nur wenig Teilnehmer kamen zu einer Solidaritätsbekundung vor dem Dachauer Krankenhaus, zu dem das Bündnis „Systemrelevant & Ungeduldig“ aufgerufen hatte.

Neun Personen mit einem roten Stofftransparent versammelten sich vor dem Eingang des Dachauer Helios Amper-Klinikums. Altenpfleger Matthias Gramlich ist der einzige Mitarbeiter des Klinikums, der an der Kundgebung teilgenommen hatte. 

Aufgerufen zur erneuten Solidaritätsbekundung vor dem Krankenhaus am Freitagmittag haben das Bündnis „Systemrelevant & Ungeduldig“ gemeinsam mit dem feministischen Café Dachau, das Allgemeines Syndikat München FAU und die Münchner Gewerkschaftslinken.

„Wir hatten mit mindestens 15 Mitarbeitern des Klinikums gerechnet“, bedauerte Helga Schmid, Gewerkschafterin aus München: „Offensichtlich sind sie wegen Corona sehr beschäftigt“, mutmaßte sie. Die erneute Protestaktion solle den Pflegekräften das Gefühl vermitteln, dass sie nicht im Stich gelassen werden. Schmid richtete das Megafon in Richtung Klinikum und rief: „Wir haben euch nicht vergessen! Uns ist bewusst, dass wir akut nichts Entscheidendes an euren miesen Arbeitsbedingungen ändern können. Dennoch versichern wir euch, dass wir weiter gegen die Folgen der Privatisierungspolitik im Gesundheitsbereich kämpfen werden.“ Die Forderungen der Demonstranten haben sich seit der Protestaktion im Sommer (Die DACHAUER RUNDSCHAU berichtete) nicht geändert: Bessere Bezahlung, mehr Personal im Pflegebereich und vor allem ein Ende der Privatisierungspolitik im Gesundheitswesen. Auf Nachfrage der DACHAUER RUNDSCHAU hat Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner das gegenwärtige Geschehen kommentiert: „Vor dem Hintergrund der hohen Inzidenz-Zahlen im Landkreis Dachau wundern wir uns über den gewählten Zeitpunkt dieser Demonstration. In solch einer angespannten Situation eine Versammlung durchzuführen, halten wir für alle Beteiligten für nicht zielführend. Ich bedanke mich bei all unseren Mitarbeitern für ihren täglichen Einsatz in dieser herausfordernden Zeit und für ihre umsichtige Disziplin hinsichtlich der Schutzmaßnahmen.“ Zu den Forderungen äußerte er sich nicht.

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