Weihnachtstradition

Zehn Jahre anonyme Weihnachts-Tradition im Landkreis Dachau

geschmückte Weihnachtsbaum im Wald
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Seit zehn Jahren finden Winterwanderer nun schon geschmückte Weihnachtsbäume.

Eiskalter Wind bläßt ihm ins Gesicht. Nach einer Kurve blieb der Waldläufer blieb erstarrt stehen. Ein junger Rehbock schnuppert keine dreißig Meter vor ihm interessiert an einer kleinen Fichte, die direkt neben einer Bank ihren Platz gefunden hat. Das Besondere an dem Bäumchen: Es ist weihnachtlich geschmückt.

Der Jogger tastet vorsichtig nach seinem Mobilgerät, um die Szene abzulichten. Sein Laufanorak raschelt, der Rehbock blickt auf, erspäht den Mensch und stiebt davon. Die kleine Fichte rührt sich hingegen nicht und lässt sich gleich darauf problemlos fotografieren. Der kleine Christbaum reiht sich ein in eine ganz besondere Tradition der Region am westlichen Landkreisrand: Seit rund zehn Jahren erfreuen sich dort Winterwanderer, Joggende und sonstige Naturfans an festlich geschmückten Nadelbäumen. Sparsam, aber geschmackvoll mit Kugeln, Sternen, Eiszapfen und kuriosen kleinen Lampen. Manche Gehölze werden regelmäßig jedes Jahr herausgeputzt, andere anscheinend nur sporadisch. Der nun entdeckte Christbaum ist mindestens der vierte seiner Art in dem waldreichen Areal. Erst kürzlich fand sich am Alten Römerweg zwischen Langengern und Hohenzell ein weiteres Exemplar. Ob das Bäumchen schon in den vergangenen Jahren die Erholungssuchenden sowie das dort ansässige Rehwild erfreute, weiß der Jogger nicht: Er hat diesen Abschnitt des Forsts erst kürzlich in sein Wintertrainingsgebiet eingebaut. Der Rehbock ließ sich leider nicht befragen. 

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