Schulleiter Franz Vogl verlässt das Oskar-Maria-Graf Gymnasium

„Mehr Glück als Können“

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Schulleiter Franz Vogl verlässt den Käfig: nach zehn Jahren am Oskar- Maria-Graf-Gymnasium verabschiedet er sich in den Ruhestand.

Ein Jahrzehnt hat er die Geschicke des Oskar-Maria-Graf Gymnasiums gelenkt, jetzt verabschiedet er sich in den Ruhestand: Franz Vogl hat die Schule verlassen. Ihm nachfolgen wird die stellvertretende Schulleiterin Juliane Stubenrauch-Böhme.

Beim Festakt zu seiner Verabschiedung hagelte es warme Worte von allen Seiten, unter anderem brachten Bürgermeister Franz Heilmeier, Fördervereinsvorsitzender Harald Renz und Schülersprecher Nicholas Wilke ihre Wertschätzung zum Ausdruck. Dabei wurden besonders seine Leistungen im Bereich der Schuldigitalisierung hervorgehoben. Mit modernen Unterrichtsplänen und technologischer Ausstattung krempelte er alte Konzepte um, setzte sich für ein Doppelstunden-System und für Fachräume statt festen Klassenzimmern ein. Mit dem Bau des Zeppelin-Gebäudes, liebevoll „Vogelkäfig“ genannt, schaffte er außerdem mehr Platz für seine Schüler. 

Schließlich ging auch der Bau der Mensa auf seine Kappe; damit erfüllte sich ein lang ersehnter Wunsch der Schulfamilie. Davon profitiert seitdem die Offene Ganztagesschule, das mittlerweile kostenlose Betreuungsangebot am OMG. Auch seine ständige Fortbildungsbereitschaft brachte ihm großes Lob ein. Jedoch galt sein Wesen nicht immer als angenehm, „der Ruf eilte ihm oft voraus“, wie der stellvertretende Landrat Robert Scholz verriet. Mit diktatorischer Hartnäckigkeit, Leidenschaft und autoritärem Tatendrang setzte er demnach seine Ziele durch. Andererseits stellte er sich bei Problemen stets vor seine Mitarbeiter. Kritik machte ihm selten etwas aus; er habe nämlich einen breiten Rücken. Den Schülern habe er immer versucht Werte zu vermitteln, damit „was aus ihnen wird“, wie Vogl selbst einräumte. Mehrmals betonte er in seiner langen Dankesrede, dass er nur durch glückliche Schicksalswendungen seine Ziele erreicht habe. 

„Es war mehr Glück als Können, dass mich in diese Position gebracht hat. Glück als Lehrer eingestellt zu werden, in einer Zeit der fehlenden Stellen für Pädagogen“, so Franz Vogl. Das Glück zeigte sich auch in der Liebe. So hat er seine Frau Ursula während einer Berlinfahrt in der 13. Klasse beim Tanzen kennengelernt, wie er sichtlich ergriffen nach einer längeren Pause wissen ließ. Dieses Hobby verbindet die beiden bis heute, auf Turnieren geben sie ihr Können preis. Der Familie möchte er sich jetzt im vorzeitigen Ruhestand vermehrt widmen, allen voran seinem Enkel Ludwig und den drei Kindern. Auf seinen Wohnwagenreisen wird er auf eine positive Zeit im Oskar-Maria-Graf zurückblicken.Nur eines wird ihm dabei nicht fehlen: der tägliche Stress beim S-Bahn fahren. 

Quelle: freising-online

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