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Das Symbol des Widerstands

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Die Antonius-Kapelle vor dem Franziskussaal in Neufahrn.

Sie war viele Jahre das Symbol für den Widerstand gegen den Großflughafen und bis 1987 alljährlich Ziel von Wallfahrern: Die Antonius-Kapelle im Erdinger Moos. Im September 1973 war sie bei Nacht und Nebel heimlich auf einem Sperrgrundstück des Bund Naturschutz in der Nähe des Dorfes Franzheim errichtet worden. Den Bauplan dafür hatte der Neufahrner Bau-Ingenieur und damalige Gemeinderat Fridolin Lang erstellt, Mitglieder der Neufahrner und Pullinger Bürgerinitiative hatten die Stahlbetonteile auf dem Steinberger-Hof gegossen.

Die Holzfigur des Heiligen Antonius schnitzte der Fürholzer Landwirt Martin Gruber. Der damalige Landjugendpfarrer Otto Steinberger übernahm die kirchliche Weihe der Kapelle. 

Pläne seitens der Behörden, die Kapelle als „Schwarzbau“ zu beseitigen, schlugen fehl: Die Initiatoren hatten genau darauf geachtet, dass der umbaute Raum weniger als fünf Kubikmeter umfasste. Damit war die kleine Kapelle ein „Marterl“ am Weg und also nicht genehmigungspflichtig. Als der Flughafenbau endgültig von den Gerichten abgesegnet war, wurde das Sperrgrundstück des Bund Naturschutz enteignet und die Kapelle kam in ein Baulager der Flughafengesellschaft. Anfang der 1990er Jahre holten sie Mitglieder der Bürgerinitiative  heim nach Neufahrn, wo die Kapelle seither vor dem Franziskussaal steht und immer wieder Betende anlockt. 

Zur Erinnerung an die Errichtung der Kapelle vor 40 Jahren und die Anfänge des Widerstands gegen den Großflughafen lädt der Heimat- und Geschichtsverein Neufahrn zu einer Gedenkfeier ein. Am Mittwoch, 25. September, 19 Uhr, hält Pfarrer Otto Steinberger eine Andacht an der Kapelle. Anschließend informieren Mitstreiter der damaligen Bürgerinitiative in der Gaststätte Maisberger über den Bau der Kapelle und die bewegte Geschichte des Flughafen-Widerstands. Der „Bahnwirt“ war in den 1970er und 1980er Jahren Treffpunkt der regelmäßigen Zusammenkünfte der Bürgerinitiative. Die Bevölkerung ist zur Andacht und zur Zusammenkunft in der Gaststätte Maisberger herzlich eingeladen.

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