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Neufahrner „Zauberer Collin“ im Interview - Andreas Steigerwald ist zweifacher Deutscher Meister

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Von: Lena Hepting

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Die Gemeinde Neufahrn hat einen Deutschen Meister! Und zwar gleich doppelt: „Collin“ hat in den Kategorien „Allgemeine Magie“ und Großillusion“ gewonnen.
Die Gemeinde Neufahrn hat einen Deutschen Meister! Und zwar gleich doppelt: „Collin“ hat in den Kategorien „Allgemeine Magie“ und Großillusion“ gewonnen. © Privat

Die Gemeinde Neufahrn hat einen doppelten Deutschen Meister! Und zwar „Zauberer Collin“. Der MONAT hat Andreas Steigerwald über seine Zauberkunst interviewt.

Auf den Deutschen Meisterschaften der Zauberkunst ist der Neufahrner Andreas Steigerwald, bekannt als „Zauberer Collin“, längst Stammgast. Und jetzt auch Seriensieger, denn heuer wurde Collin gleich in zwei Kategorien zum Deutschen Meister gewählt : Allgemeine Magie und Großillusion! Eine besondere Leistung innerhalb der Zauberszene, die seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde!

MONAT: In den beiden Kategorien allgemeine Magie und Großillusion hatten Sie ja im Vorentscheid bereits die ersten Plätze belegt. Was genau kann sich der Laie hierunter vorstellen?

Collin: „Bei den Deutschen Zaubermeisterschaften gibt es sieben Sparten wie etwa Kartenzauberei, Kinderzauberer oder Fingerfertigkeit, und eben Allgemeine Magie und Großillusionen. Sie finden nur alle drei Jahre statt, weil die Entwicklung einer solchen Darbietung in etwa drei Jahre dauert, um das Niveau auf hohem Level zu halten. Daher gibt es auch schon jeweils im Jahr davor die Vorentscheidung. Meine ersten Plätze dort waren noch keine offiziellen Titel, aber die Jury zeigt damit, dass man sozusagen auf dem richtigen Weg ist und gute Chancen hat, einen Preis in der Endrunde zu bekommen.“

MONAT: Mit welchen Erwartungen sind Sie in die Deutschen Meisterschaften in Fürstenfeldbruck gegangen?

Collin: „Es war mein Lebensziel, einmal den Deutschen Meistertitel zu gewinnen. Da es mit dem Deutschen Vizemeister im Jahr 2014 schon geklappt hat und ich 2017 aus beruflichen und familiären Gründen keine Darbietung ins Rennen schicken konnte, war diesmal das Ziel klar: Eine echte Steigerung kann es nur mit dem ersten Platz geben.

Das erfordert Disziplin. Da aber die Konkurrenten, die teilweise auch befreundete Zauberkünstler sind, extrem stark sind, kann man in einen solchen Wettbewerb nicht mit dem Selbstverständnis gehen, tatsächlich zu gewinnen. Dass der Fleiß und das Endprodukt die Jury gleich so überzeugen konnte, dass sie beide Zaubernummern zum Deutschen Meister kürte, war in meinen schönsten Träumen nicht zu erwarten. Und das habe ich auch nicht!“

MONAT: Schildern Sie uns doch mal den Prozess von einer Idee bis zur fertigen Zauberkunst vor Publikum – und wie entsteht die erste Idee?

Collin: „Bei Meisterschaften hat man nur eine Chance, wenn die Darbietung originell, also nicht nachgemacht ist. Mein in der Zauberszene weltweit bekannter Coach Eberhard Riese aus Stuttgart rät zu folgender Herangehensweise: Die Initialidee kann beispielsweise über ein interessantes Outfit aus einem Modekatalog, eine gute Musik aus einem Film, tolle Requisiten im Schaufenster oder natürlich auch einem bestehenden Trickprinzip kommen.

Will man in der Lederhose auftreten, sind die nächsten Überlegungen, welche Requisiten zum Thema Bayern passen und welche Zaubertricks sich mit diesen Requisiten durchführen lassen könnten. So kommt man vielleicht dazu, dass bei einer Schnupfhandlung der Schnupftabak und die Dose verschwinden.

Bei mir waren es die Filme ‚Nachts im Museum‘ und der Gefallen an der Idee, dass im Museum die Exponate lebendig werden. Bei der zweiten Darbietung stand eine Verliebtheitsszene mit meiner Frau Celina im Cinderellastil zu Beginn auf dem Schmierblatt. Damit war das Thema Märchen gegeben und als wir unsere Kinder einbinden wollten, kam natürlich die Frage auf, in welchen Märchen Kinder vorkommen und welche Tricks dazu passen. Inzwischen haben sogar die Kinder die Künstlernamen Quizy und Cruz.“

Eins steht fest: Langweilig wird es bei „Collin“ garantiert nie: Im November hat er ein doppeltes Heimspiel in Neufahrn.
Eins steht fest: Langweilig wird es bei „Collin“ garantiert nie: Im November hat er ein doppeltes Heimspiel in Neufahrn. © Privat

MONAT: Bei welcher Gelegenheit haben Sie bemerkt, dass Sie die Magie in sich tragen? Und wie entstand schließlich der Entschluss, professionell zu zaubern?

Collin: „Bereits als Kind hatte ich eine gestörte Beziehung zum Zauberkasten. Mein Anliegen war, alle Tricks darin zu lernen und nicht nur zwei oder drei wie andere Kinder. Später habe ich bei S-Bahnfahrten die Leute in der Sitzgruppe angesprochen, ob sie Zauberei sehen wollen. Mich störte, wie teilnahmslos sich Menschen dort begegnen. Und da ich grundsätzlich ein ehrlicher Mensch bin, ist Zaubern ein schöner Weg, Menschen anlügen zu dürfen, weil das ja jeder vorher weiß.“

MONAT: Wann und wo verzaubern Sie demnächst live Ihr Publikum? Und was dürfen die Besucher erwarten?

Collin: „Am 11. und 13. November gibt es zwei große abendfüllende Shows von mir alleine im Oskar-Maria-Graf-Gymnasium zu Gunsten ukrainischer Schulen. Im Frühjahr 2023 gibt es wieder die alljährlich komplett neu gestaltete Zaubershow ‚Collin and Friends‘ mit befreundeten Zauberkünstlern in einer gemeinsamen Show unter der Schirmherrschaft der Neufahrner SPD.

Gerne können mich aber auch Unternehmen für ihre Firmenveranstaltung und sogar Privatpersonen zu besonderen Festen buchen, um bei ihnen eine angepasste Zaubershow zu zeigen. Ich bin nicht nur auf großen Bühnen unterwegs, auch wenn das inzwischen meine Hauptbeschäftigung ist. Mehr auf Facebook und Instagram!“

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